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Iran muss zittern: Entfesselte Belgier krallen sich doch noch den Gruppensieg

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 27, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Iran muss zittern

Entfesselte Belgier krallen sich doch noch den Gruppensieg

Die belgische Nationalmannschaft zerschlägt den Knoten und steht durch einen deutlichen Erfolg gegen Neuseeland in der K.o.-Runde der Fußball-WM. Die Roten Teufel schnappen Ägypten sogar den Gruppensieg weg. Iran hat Pech in der Nachspielzeit und muss ums Weiterkommen noch zittern.

Belgiens Altstars haben auch dank Anführer Kevin De Bruyne ein erneutes WM-Debakel abgewendet und beim Turnier in Nordamerika die K.o.-Phase erreicht. Nach zwei enttäuschenden Auftritten zum Auftakt holte der WM-Dritte von 2018 beim verdienten 5:1 (1:0) am letzten Gruppenspieltag gegen Außenseiter Neuseeland seinen ersten Sieg und sicherte sich als Erster der Gruppe G das Ticket für das Sechzehntelfinale.

Doppelpacker Leandro Trossard (28., 50.) vom englischen Meister FC Arsenal, De Bruyne (66.) und die „Joker“ Romelu Lukaku (86.) und Alexis Saelemaekers (90.+4) führten die Belgier im BC Place von Vancouver zum ersehnten Sieg. Vier Jahre nach dem Vorrundenaus in Katar blieb den „Roten Teufeln“ damit eine noch größere Blamage erspart. Im Sechzehntelfinale geht es nun am Mittwoch in Seattle gegen einen Gruppendritten.

Mit dem Rücken zur Wand konnte Belgiens Trainer Rudi Garcia wieder auf Jérémy Doku setzen. Der Flügelstürmer war zuletzt wegen einer Atemwegserkrankung ausgefallen. Unter der Woche war er zudem nach London geflogen, um bei der Geburt seines ersten Kindes dabei zu sein. Der 24-Jährige von Machester City bildete gemeinsam mit Charles De Ketelaere und Trossard die offensive Dreierreihe, Romelu Lukaku rückte wieder auf die Bank.

Und das namhafte Trio war sofort gefragt. Belgien drückte die Neuseeländer mit viel Ballbesitz tief in die Defensive, Trossard (11.) hatte früh die Führung auf dem Fuß. Jedoch landete sein Abschluss am Innenpfosten, von wo der Ball die Linie entlang rollte bis er von Neuseeland geklärt werden konnte.

Ein Weckruf für den Außenseiter? Nein. Belgien gab den „All Whites“ auch in der Folge keine Luft zum Atmen, die Führung durch Trossard nach einer knappen halben Stunde war bereits überfällig. Erst danach wagte sich Neuseeland gezwungenermaßen aus der Deckung, wirklich gefährlich wurde es dabei jedoch nicht – anders als auf der Gegenseite. 

Einen Ball nach dem anderen spielten die Belgier in den Rücken der neuseeländischen Abwehr, die damit überhaupt nicht zurecht kam und zudem Glück hatte, dass sowohl De Bruyne (42.) als auch De Ketelaere (43.) ihre Großchancen ungenutzt ließen. 15:0 Torschüsse sprachen nach der ersten Halbzeit eine deutliche Sprache.

Und es wurde nicht besser. Denn anders als noch vor der Pause zeigten sich die Belgier zu Beginn des zweiten Durchgangs eiskalt. Trossards erster Abschluss wurde noch von Mitspieler Hans Vanaken geblockt, den Abpraller ließ sich der 31-Jährige dann aber nicht nehmen. Neuseeland musste nun das Risiko erhöhen, den Belgiern boten sich so riesige Räume. Einen davon nutzte De Bruyne zur Entscheidung. Die belgischen Joker sicherten dann noch den Gruppensieg.

Ägypten verpasst Gruppensieg im „Pride Match“

Auf der Couch weiter, auf dem Platz gepatzt: Ägypten hat im von Spannungen begleiteten „Pride Match“ den Gruppensieg bei der Fußball-WM verpasst. Die Mannschaft um Superstar Mohamed Salah kam in Seattle gegen den Iran nur zu einem 1:1 (1:1) – und darf trotzdem jubeln. Dass die „Pharaonen“ erstmals die Gruppenphase überstehen würden, war schon vor dem Anpfiff sicher gewesen. Die Iraner müssen als Tabellendritter bangen. Bitter: Ein iranischer Treffer in der Nachspielzeit wurde wegen einer knappen Abseitsposition aberkannt.

Mahmoud Saber (5.) erzielte das Tor für die Ägypter, die durch die vorherigen Ergebnisse schon vor Beginn der Partie für das Sechzehntelfinale planen konnten. Das Team von Trainer Hossam Hassan trifft als Gruppenzweiter nun am Freitag in Dallas auf Australien. Schon einmal hatte die Nation ein K.o.-Spiel bei einer WM bestritten, allerdings hatte das Turnier 1934 bereits mit dem Achtelfinale begonnen.

Der Treffer von Ramin Rezaeian (14.) reichte den Iranern derweil nicht, um sicher weiterzukommen. Als Dritter der Gruppe G muss sich die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei mit drei Punkten noch gedulden, ob es für den historischen Schritt in die K.o.-Phase gereicht hat. 

Von dem Wirbel, der im Vorfeld geherrscht hatte, war dabei auf dem Feld nichts zu spüren. Die Veranstalter hatten das Spiel noch bevor die Paarung festgestanden hatte zum „Pride Match“ ausgerufen, da an diesem Wochenende die LGBTQI+-Community in der Stadt zum Feiern zusammenkommt. Nach der Auslosung war es deshalb zu Spannungen mit den beiden beteiligten Verbänden aus den muslimisch geprägten Ländern gekommen. 

Der ägyptische Trainer Hassan hatte wie auch sein iranischer Amtskollege vorher betont, sich auf das zu fokussieren, was auf dem Platz geschehe. Dort ließ Saber die Ägypter, bei denen der ehemalige Frankfurter Omar Marmoush zunächst auf der Bank saß, in einer wilden Anfangsphase früh jubeln – wie auch Torhüter Mostafa Shoubeir wenig später: Der Keeper parierte einen schlecht platzierten Elfmeter von Mehdi Taremi (11.), der zuvor von Mohamed Abdelmonem im Strafraum unglücklich getroffen worden war. Bitter aus ägyptischer Sicht: Der Verursacher verletzte sich bei seiner Aktion, für den Verteidiger ging es nicht mehr weiter.

Die Freude über Shoubeirs Heldentat währte jedoch nicht lange. Der Iran, der im Rahmen der Reiserestriktionen dieses Mal zwei Tage vor dem Spiel in die USA hatte reisen dürfen, machte ordentlich Druck und wurde durch Rezaeian belohnt, der sehenswert aus spitzem Winkel traf. Auch nach der Pause blieb die Partie umkämpft, vor allem Ägypten übte weiter Druck aus.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc/sid

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