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Kerosinpreis plagt Billigflieger: Weltluftverband erwartet weitere Airline-Pleiten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kerosinpreis plagt BilligfliegerWeltluftverband erwartet weitere Airline-Pleiten

Das Konzept der Billigflieger in Europa funktioniert noch, meint der IATA-Chef. (Foto: picture alliance / photothek.de)

Der Iran-Krieg treibt Airlines weltweit in die Krise. Besonders Unternehmen mit knapp kalkulierten Margen werden durch die hohen Treibstoffkosten künftig an ihre Grenzen stoßen, prophezeit IATA-Chef Walsh. Dass die gestiegenen Ticketpreise bald wieder sinken, glaubt er nicht.

Die im Zuge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs stark gestiegenen Kerosinpreise dürften dem Weltluftfahrtverband IATA zufolge weitere Airlines in die Pleite treiben. „Ich fürchte leider, dass einige Fluggesellschaften mit diesen hohen Treibstoffpreisen nur sehr schwer zurechtkommen werden“, sagte IATA-Chef Willie Walsh am Rande der Jahrestagung des Verbands in Rio de Janeiro. Er erwarte, dass einige Unternehmen aufgeben müssten und andere von größeren Konkurrenten übernommen würden.

Airlines weltweit kämpfen mit höheren Treibstoffkosten. Der Iran-Krieg hat das Angebot an Kerosin verknappt und wichtige Flugkorridore unterbrochen, was zu teuren Umwegen führt. Mit am stärksten betroffen sind Billigflieger, da ihnen margenstärkere Einnahmequellen wie Premiumklassen oder Vielfliegerprogramme fehlen. Walsh sagte, er erwarte, dass Airlines ihre Margen durch die Streichung unrentabler Strecken sichern würden. Die Flugpreise, die seit Ausbruch des Iran-Kriegs stark angestiegen sind, würden indes wohl nicht so bald wieder sinken.

Drehkreuze im Nahen Osten gestört

Das Geschäftsmodell von Billig-Airlines sei aber nicht gescheitert, sagte Walsh. Außerhalb der USA, wo die drei großen Anbieter United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines ihre günstigeren Konkurrenten verdrängen, floriere das Modell weiterhin. Als Beispiel nannte er die starke Entwicklung von Ryanair in Europa. Mit einer möglichen Mega-Fusion in den USA rechnet Walsh nicht. Der Vorschlag von United-Chef Scott Kirby, den Rivalen American Airlines zu übernehmen, werde an erheblichen regulatorischen Hürden scheitern, so der IATA-Chef. Daran ändere auch nichts, dass Kirby die Idee bei US-Präsident Donald Trump vorgebracht habe.

Der Konflikt mit dem Iran hat zudem die Verkehrsströme über Drehkreuze im Nahen Osten wie Dubai, Doha und Abu Dhabi empfindlich gestört. Dies stellt Golf-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad vor große Herausforderungen. Walsh zufolge wird der Konflikt der Region als Luftfahrt-Drehkreuz jedoch keinen dauerhaften Schaden zufügen. Die Kapazität der Golf-Airlines, die 14 Prozent des weltweiten Angebots ausmachen, könne nicht durch Airlines aus anderen Regionen ersetzt werden.

Ärger über Airbus und Boeing

Enttäuscht äußerte sich Walsh über das schleppende Tempo bei den Flugzeugauslieferungen von Boeing und Airbus sowie Verzögerungen bei der Bereitstellung von Triebwerken durch GE Aerospace und Pratt & Whitney. Das schränke die Möglichkeiten der Airlines ein, ihre Flotten zu erweitern und die Effizienz zu verbessern. Man sei frustriert vor allem über die Triebwerkshersteller, da diese hohe Gewinne machten, während die Fluggesellschaften zu kämpfen hätten. So hätten Probleme in den Lieferketten die Airlines 2025 etwa elf Milliarden Dollar gekostet. „Wir sind enttäuscht, dass sie die Lasten der Luftfahrtbranche nicht mittragen“, sagte Walsh. Flugzeug- und Triebwerkshersteller hatten indes erklärt, vieles davon liege nicht in ihrer Hand. Sie verweisen auf Lieferengpässe nach der Pandemie sowie auf politische Handelsstreitigkeiten.

Walsh sagte zudem, die IATA wolle das Ziel nicht aufgeben, dass die Airlines ab dem Jahr 2050 klimaneutral wirtschaften. Das Vorhaben werde allerdings dadurch erschwert, dass es bei der Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe nicht die erwarteten Fortschritte gebe. Branchenvertreter hatten sich zuletzt zurückhaltend mit Blick auf das Klimaziel geäußert und dabei auch auf zunehmende finanzielle Belastungen der Fluggesellschaften und eine mögliche Abschwächung der Klimapolitik in den USA unter Präsident Donald Trump verwiesen.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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