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Startseite»Nachrichten»Königsklasse von Daniel Siebert: Arsenal wütet gleich mehrfach über deutschen Final-Schiri
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Königsklasse von Daniel Siebert: Arsenal wütet gleich mehrfach über deutschen Final-Schiri

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 30, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Königsklasse von Daniel Siebert Arsenal wütet gleich mehrfach über deutschen Final-Schiri

30.05.2026, 21:43 Uhr Von Anja Rau
Fussball-Maenner-Champions-League-Paris-Saint-Germain-PSG-FC-Arsenal-Finale-Puskas-Arena-Torhueter-David-Raya-r-FC-Arsenal-diskutiert-mit-Schiedsrichter-Daniel-Siebert-M-aus-Deutschland
Daniel Siebert ließ nicht mit sich diskutieren. (Foto: picture alliance/dpa)

Neben Arsenal-Torschütze Kai Havertz ist noch ein weiterer Deutscher am Finale der Champions League beteiligt: Schiedsrichter Daniel Siebert. Der Berliner erlebt sein Karriere-Highlight – agiert konsequent und entscheidungsfreudig. Dabei macht er sich nicht nur Freunde.

In der 103. Minute reichte es Daniel Siebert. Mehr als eine Minute lang hatte er sich angehört und angesehen, wie sich vor allem Declan Rice und Trainer Mikel Arteta vom FC Arsenal gar nicht beruhigen wollten. Da zückte der deutsche Schiedsrichter des Champions-League-Finals zwischen Arsenal und Titelverteidiger Paris Saint-Germain zweimal die Gelbe Karte.

Die beiden wollten, wie alle Arsenal-Befürworter, einen Elfmeter zu ihren Gunsten erhalten. Denn Noni Madueke war in der Minute zuvor im Strafraum zu Fall gekommen – im Duell mit Paris‘ Nuno Mendes. Doch Siebert verzichtete auf den Pfiff und zog so den Unmut des FC Arsenal auf sich. Dass er nicht zum Bildschirm am Seitenrand ging und sich die Bilder des Videobeweises anschaute, empörte die Engländer zusätzlich.

Vielmehr hatte Siebert im Spiel entschieden, so wie auch alle Szenen zuvor. Es sei eine „sehr schwere Szene“ für Siebert, urteilte Ex-Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer im ZDF. Aber auch er kam zu dem Schluss: „Das ist in der Verlängerung des CL-Finals kein Strafstoß.“ Beide Spieler würden einhaken, richtig getroffen wurde Madueke nicht.

Für Siebert ist das Finale das bisherige Karriere-Highlight. Sein bisher größtes Finale war das DFB-Pokalfinale 2023 zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt.

Siebert bricht Ausführung von Ecke ab

Es war nicht die erste Szene, in der sich der Unparteiische keine Freunde aufseiten der Engländer machte. Schon zum Ende der ersten Halbzeit hatte es Ärger gegeben. Arsenal war nach Ablauf der sechs Minuten Nachspielzeit noch eine Ecke zugesprochen worden. Bukayo Saka schlenderte gemächlich zur Ausführung – zu langsam für Siebert. Er pfiff zur Pause, als Saka an der Eckfahne angekommen war. Die angezeigte Nachspielzeit war da exakt 30 Sekunden überschritten.

Saka breitete die Arme aus, stand ratlos da, als Siebert anzeigte, dass die Ausführung zu verschleppt wurde. „Nun, ich bin verblüfft“, sagte John Murray in der BBC. „Schiedsrichter Daniel Siebert schaut zu Saka, als wolle er ihm sagen: ‚Ich habe es dir doch gesagt, du hast gezögert und ich habe gepfiffen.'“ Auch diese Szene entsprach Kienhöfers Geschmack. „Er hat das mit dem nicht ausgeführten Eckball schon sehr gut gemacht, damit hat keiner gerechnet. Er hat jetzt ein Zeichen gesetzt. Da muss er jetzt auch dranbleiben. Das Spiel wird dadurch natürlich so langsam gemacht. Aber das war jetzt ein Zeichen. Ich hoffe, dass das auch fruchtet.“

Und Siebert agierte auch im weiteren Spielverlauf so konsequent: Kurz nach dem Seitenwechsel ließ sich Arsenals Cristhian Mosquera sehr viel Zeit für einen Einwurf und kassierte dafür die Gelbe Karte. „In der ersten Halbzeit hat ja jede Ecke, jeder Einwurf, jeder Abstoß von Arsenal teilweise über 50 Sekunden gedauert. Das wurde Zeit“, so Kienhöfer.

Lob von Ex-Schiedsrichter

Genauso wie der 42-jährige Berliner die Entscheidung gegen den Elfmeter für Arsenal in der Verlängerung sofort auf dem Platz entschied, so entschied er auch pro Elfmeter für PSG in der 62. Minute. Mosquera hatte Khvicha Kvaratskhelia im Strafraum zu Fall gebracht. Ein klarer Strafstoß – auf die zweite Gelbe Karte für Mosquera verzichtete er. Der Arsenal-Profi wurde kurz darauf von Arteta aus dem Spiel genommen, wohl auch, weil er mit jedem weiteren Foul einen Platzverweis riskiert hätte. Der frühere Dortmunder Ousmane Dembélé verwandelte den zugesprochenen Elfmeter zum 1:1, nachdem Kai Havertz seinen FC Arsenal in der 6. Minute in Führung gebracht hatte.

Insgesamt zückte Siebert siebenmal Gelb in diesem Finale. Während der Berliner und sein Schiedsrichter-Team im Stadion von Budapest ihre Ehrungen erhielten, sagte Kienhöfer bilanzierend im ZDF über seine Leistung: „Da muss man den Hut vor ziehen.“ Siebert habe eine natürliche Autorität ausgestrahlt, sei immer präsent gewesen und habe alles im Griff behalten. Dem „unmenschlichen Druck“ eines solchen Finales habe er Stand gehalten und „Werbung für das deutsche Schiedsrichterwesen“ gemacht.

Siebert war nach Hellmut Krug (1998), Markus Merk (2003), Herbert Fandel (2007) und Felix Brych (2017) erst der fünfte deutsche Schiedsrichter, der ein Finale der Königsklasse leitete. Bei der anstehenden Weltmeisterschaft muss Siebert trotz dieser Leistung zuschauen. Die FIFA hatte ihn nicht als Schiedsrichter für das Turnier ausgewählt. Als deutscher Vertreter wird Felix Zwayer zur WM in Kanada, Mexiko und den USA reisen. Als Assistenten sind Christian Dietz und Robert Kempter mit dabei. Bastian Dankert gehört zum Team der Videoschiedsrichter.

Quelle: ntv.de

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