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Lebensräume schwinden: Nistplätze und Nahrung: So wird der Garten zum Insektenparadies

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Lebensräume schwindenNistplätze und Nahrung: So wird der Garten zum Insektenparadies

Beim naturnahen Gärtnern geht es darum, im Einklang mit der Natur zu arbeiten und das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. (Foto: picture alliance / blickwinkel/W. Willner)

Rund 600 Wildbienenarten leben in Deutschland und bestäuben den Großteil unserer Pflanzen. Doch ihre Lebensräume schwinden. Private, insektenfreundliche Gärten können Abhilfe schaffen: mit offenen Bodenstellen, Totholz und heimischen Blüten.

Der Rückgang von Insekten gilt als eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Dabei spielen ausgerechnet private Gärten eine größere Rolle, als viele vermuten. Schon kleine Veränderungen können dazu beitragen, bedrohten Arten neue Lebensräume zu schaffen – vorausgesetzt, zwei zentrale Bedürfnisse werden erfüllt: Nistplätze und Nahrung.

Warum Insektenhilfe so wichtig ist

In Deutschland leben rund 600 Wildbienenarten. Sie übernehmen einen Großteil der Bestäubung – und sichern damit nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch unsere Ernährung. Rund 80 Prozent der Wildpflanzen und etwa 150 Nutzpflanzenarten sind auf Bestäubung angewiesen.

Gleichzeitig stehen viele dieser Arten unter Druck: Intensive Landwirtschaft, Pestizide und Flächenversiegelung zerstören ihre Lebensräume. Private Gärten können diese Verluste zumindest teilweise ausgleichen – wenn sie naturnah gestaltet sind.

Ein insektenfreundlicher Garten ist kein Hightech-Projekt. Im Gegenteil: Oft bedeutet er, weniger zu tun. Weniger mähen, weniger aufräumen, weniger eingreifen – dafür mehr Vielfalt zulassen. Wer Nistplätze schafft und für ein kontinuierliches Blütenangebot sorgt, verwandelt selbst kleine Flächen in wertvolle Rückzugsorte. Angesichts des Insektensterbens kann genau dies den entscheidenden Unterschied machen.

Struktur statt Perfektion

Viele Insekten brauchen keine aufwendigen „Hotels“, sondern vor allem eines: unaufgeräumte, vielfältige Strukturen. Offene Bodenstellen aus Sand oder Lehm sind besonders wichtig, denn ein Großteil der Wildbienen nistet im Boden. Auch Totholz, Reisighaufen oder markhaltige Pflanzenstängel bieten ideale Brutplätze.

Ein häufiger Fehler: zu viel Ordnung. Kurz geschnittener Rasen, versiegelte Flächen oder sterile Kiesgärten sind für Insekten lebensfeindlich. Zwar werden Insektenhotels oft empfohlen, doch sie helfen nur wenigen Arten – und sind häufig schlecht verarbeitet. Natürliche Nistmöglichkeiten sind meist effektiver. Es gilt: Je vielfältiger die Struktur, desto größer die Artenvielfalt.

Blütenvielfalt über das ganze Jahr

Neben Nistplätzen ist das Nahrungsangebot entscheidend. Insekten benötigen vor allem Nektar und Pollen – möglichst kontinuierlich vom Frühjahr bis in den Herbst. Besonders geeignet sind heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten, da diese für Insekten gut zugänglich sind. Gefüllte Zierpflanzen hingegen sehen zwar attraktiv aus, liefern aber oft kaum verwertbare Nahrung.

Zu den bewährtesten Nahrungsquellen zählen Wildblumen wie Klee, Löwenzahn oder Margeriten, Kräuter wie Salbei, Thymian oder Lavendel und blühende Sträucher wie Holunder oder Wildrosen. Auch eine einfache Maßnahme hat große Wirkung: seltener mähen. Selbst vermeintliches „Unkraut“ wird so zur wichtigen Nahrungsquelle.

Auf Chemie verzichten

Pestizide und chemische Dünger zählen zu den größten Gefahren für Insekten. Sie schädigen nicht nur Schädlinge, sondern auch nützliche Arten wie Bienen oder Schmetterlinge. Ein naturnaher Garten setzt stattdessen auf ökologische Balance: Nützlinge regulieren Schädlinge, Kompost verbessert den Boden, Vielfalt stabilisiert das System.

Quelle: ntv.de, awi/spot

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