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Startseite»Politik»Leipziger Flughafen – Ermittler finden weitere Drohne und Sprengstoff
Politik

Leipziger Flughafen – Ermittler finden weitere Drohne und Sprengstoff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 25, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Exklusiv

Stand: 25.08.2026 • 06:00 Uhr

Bei dem Anschlagsversuch auf dem Leipziger Flughafen kamen offenbar mehrere Drohnen zum Einsatz. Nach Informationen von WDR, NDR und SZ haben die Behörden ein weiteres Fluggerät entdeckt – und möglicherweise militärischen Sprengstoff.

Von Jörg Diehl, Manuel Bewarder, NDR/WDR, Florian Flade und Roman Lehberger, WDR

Knapp drei Wochen ist es nun her, dass eine Drohne mit Sprengstoff am Leipziger Flughafen gefunden wurde. Das Fluggerät sollte den Ermittlungen zufolge ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug angreifen, das für den Transport von Rüstungsgütern genutzt wird. Der Anschlag aber misslang, der Zünder der Bombe war offenbar defekt.

Staatsschützer des Bundeskriminalamts (BKA) klären nun im Auftrag von Generalbundesanwalt Jens Rommel, wie genau der Anschlag ablaufen sollte – und wer dafür verantwortlich ist.

Dritte Drohne auf einem Feld gefunden

Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) gehen die Ermittler nach derzeitigem Stand davon aus, dass nicht nur eine, sondern mehrere Drohnen eingesetzt wurden. Die erste Drohne wurde auf dem Flughafengelände gefunden, eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein.

Eine dritte Drohne – und das war bislang unbekannt – wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen am frühen Abend des 14. August auf einem Feld im Kabelsketal gefunden, einer Gegend im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, die unmittelbar an den westlichen Teil des Leipziger Flughafens grenzt. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft wollte sich am Montag auf Anfrage nicht dazu äußern.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen rückten am 14. August Kriminaltechniker des BKA an – sowie weitere Polizeikräfte. Am Folgetag sollen die Ermittler an der Fundstelle eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte. Die Täter hatten womöglich einen weitaus größeren Anschlag im Sinn als bislang öffentlich bekannt.

Ablauf der Kollision mit einer Drohne

Neben der ersten Drohne, die in der Nacht des 4. August am Flughafen gegen 23:42 Uhr gefunden wurde, soll eine zweite Drohne kurz darauf, um etwa 00:03 Uhr, mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidiert sein. Die Maschine hatte aufgrund der sofortigen Sperrung des Flughafens nach dem Fund der ersten Drohne eine Landung in Leipzig abbrechen müssen und war durchgestartet.

Das Flugzeug prallte wohl auf der Höhe des Flughafenzauns mit einer Geschwindigkeit von mehreren Hundert Stundenkilometern mit der Drohne zusammen. Wenige Sekunden zuvor sollen die Piloten der Maschine ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen haben. Eine Auswertung des Radarbildes soll später ebenfalls Hinweise auf ein kleines Flugobjekt ergeben haben.

Das DHL-Flugzeug wurde nach dem Zusammenprall mit der Drohne nach Hannover umgeleitet, wo es am Flughafen von den Ermittlern untersucht und die Besatzung befragt wurde. Dabei wurde am Leitwerk der Maschine eine Beschädigung festgestellt, die wohl auf eine Kollision hindeutet. Eine Untersuchung ergab, dass es sich nicht um einen Vogelschlag gehandelt haben soll.

Fund verdächtiger Antenne und Elektronik

Gefunden wurde diese Drohne oder auch nur Teile davon bislang jedoch nicht. Nach Einschätzung der Ermittler könnte das Fluggerät nach dem Zusammenstoß auch in die Triebwerke geraten und dabei in kleinste Teile zerhackt worden sein.

In Kursdorf, nördlich des Leipziger Flughafens, hatten Ermittler jedoch eine technische Konstruktion sichergestellt, die möglicherweise für die Steuerung dieser Drohne genutzt wurde: An einem Baum waren mit Klebeband eine Antenne und weitere Elektronik befestigt.

Nicht weit entfernt wurden außerdem verbrannte Erde und Metallteile entdeckt. Die Ermittler halten es für eine mögliche Detonationsstelle. Zeugen hatten um 19:20 Uhr, wenige Stunden vor dem Fund der Sprengstoff-Drohne am Flughafen, einen lauten Knall gehört.

Sicherheitskreise vermuten russische Geheimdienste hinter Anschlagsplänen

Was dort explodierte, ob es ein Unfall war und ob die Täter damit womöglich Beweismittel vernichten wollten, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Am 11. August soll die Polizei nach Informationen von WDR, NDR und SZ bei einer weiteren Absuche der Gegend die Bestandteile einer Drohne entdeckt haben, einen Motor und einen Rotor. Zunächst hieß es aus Ermittlungskreisen, es sei bei dieser Absuche nichts gefunden worden.

Unklar ist noch, wie der Anschlag ablaufen sollte und wer dahinterstecken könnte. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass russische Geheimdienste in die Planung involviert waren. Russland hat jegliche Verantwortung öffentlich zurückgewiesen. Die Ermittler verfolgen derzeit mehrere Spuren, die unter anderem auf gefundener DNA beruhen.

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Dr. Heinrich Krämer
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