Angesichts internationaler Krisen wollte Maltas Premier Abela von den Bürgern ein neues Mandat für seine Regierung bekommen. Das erhielt seine Labour-Partei bei der Wahl auch – allerdings wohl knapper als gedacht.
Die regierende Labour-Partei hat die vorgezogene Parlamentswahl in Malta für sich entschieden. „Wir haben Geschichte geschrieben, indem wir zum vierten Mal in Folge gewonnen haben“, sagte Premierminister Robert Abela in einem TV-Interview, nachdem erste Ergebnisse den Vorsprung seiner Partei zeigten. Die Ergebnisse zeigten, dass seine Partei ein starkes Mandat erhalten habe.
Wie groß die Mehrheit für Abelas Partei ist, ist allerdings noch unklar. Die Auszählung aller Stimmen soll erst im Laufe des Tages abgeschlossen sein. Der Wahlsieg fällt voraussichtlich knapper aus als bei der Abstimmung 2022, als die Partei 55 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Abela, der seit 2020 an der Spitze der Regierung steht, soll am Montagmorgen vereidigt werden.
Wiedergewählt: Robert Abela bei der Stimmabgabe am Samstag
Sorgen wegen des Iran-Kriegs
Eigentlich hätten die Parlamentswahlen erst im kommenden Jahr stattfinden sollen. Abela zog sie im April jedoch vor. Als Begründung gab er an, dass seine Regierung angesichts geopolitischer Krisen ein neues Mandat benötige, um Malta und seine Bürger durch eine drohende Energiekrise zu führen. Die Beteiligung an der Wahl lag bei mehr als 87 Prozent und damit leicht über dem Wert von 2022.
Malta verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent. Zuletzt hatten dem Staat allerdings unter anderem die Folgen des Iran-Kriegs für Tourismus und Inflation Sorgen bereitet. Maltas Wirtschaft ist stark von Tourismus, Onlineglücksspiel und Finanzdienstleistungen abhängig.
Regierung setzt auf starke Wirtschaft
Labour hatte im Wahlkampf auf eine starke Wirtschaft, ihre Regierungserfahrung und Glaubwürdigkeit gesetzt. Die oppositionelle Nationalistische Partei argumentierte dagegen, dass sich die Lebensqualität der Menschen im kleinsten EU-Mitgliedsstaat trotz des Wirtschaftswachstums verschlechtert habe. Kritik gab es etwa an zu starker Bebauung der Insel, täglichem Verkehrschaos und Intransparenz bei den Staatsschulden.
Oppositionsführer Alex Borg sagte in einer Videobotschaft, er habe Abela angerufen, um seine Niederlage einzugestehen und ihm alles Gute zu wünschen. „Das Volk hat gesprochen, und wir müssen seinen Willen respektieren“, erklärte er.
Mit Informationen von Anna Giordano, ARD-Studio Rom
