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Politik

Marktbericht: Anleger finden keine Kaufgründe

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 21.08.2026 • 07:28 Uhr

Nach vier Tagen mit Kursverlusten dürfte der DAX wenig dynamisch in den letzten Handelstag der Woche starten. Der Anleihemarkt bleibt ein wichtiges Thema, hohe Energiepreise und Inflationssorgen ebenfalls.

Nach vier schwächeren Tagen dürfte der DAX heute zum Handelsstart auf der Stelle treten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Handelsstart auf rund 26.000 Punkte. Am Donnerstag war der DAX mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 25.983 Punkten aus dem Handel gegangen. Seit Wochenbeginn kommt er auf ein Minus von fast 1,5 Prozent.

Gegenwind kommt insbesondere vom Anleihemarkt. Sorgen über hohe Ölpreise infolge des Iran-Konflikts und die steigende Staatsverschuldung hatten die Renditen diese Woche auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten getrieben. Das US-Finanzministeriums kündigte zwar an, langlaufende Anleihen durch Milliardenkäufe zu stützen. Diese künstliche Nachfrage sorgte aber nur für eine kurzzeitige Erleichterung.

In diesem Zusammenhang fällt vielen Investoren die Staatsverschuldung auf. Die US-Staatsschulden hatten in dieser Woche mit 40 Billionen Dollar ein Rekordhoch erreicht. Der Markt verlange zunehmend eine höhere Entschädigung dafür, Washington langfristig Kapital zur Verfügung zu stellen. Dadurch entstehe ein unangenehmer Rückkopplungseffekt, kommentiert Serge Nussbaumer, Kapitalmarktexperte beim Schweizer Wertpapierhaus Maverix.

„Hohe Defizite erhöhen den Finanzierungsbedarf, ein größeres Angebot an Treasuries muss vom Markt absorbiert werden, höhere Renditen verteuern die Refinanzierung und steigende Zinsausgaben belasten wiederum den Haushalt“, beschreibt Nussbaumer den typischen Marktkreislauf in einer solchen Lage.

Natürlich ist auch an der Wall Street der Anleihemarkt ein wichtiges Thema. Die Vorgaben aus den USA fallen entsprechend schwach aus. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor 1,3 Prozent auf 52.759 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 1,0 Prozent auf 26.067 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 0,9 Prozent auf 7.641 Stellen.

„Die Märkte sahen sich heute mit einigen Gegenwinden konfrontiert“, sagte Mona Mahajan, Investmentstrategin bei Edward Jones. Dazu gehöre der erneute Renditeanstieg, den es trotz des Eingreifens des Finanzministeriums gegeben habe. Die Beruhigung am Anleihemarkt habe sich binnen 24 Stunden wieder ins Gegenteil verkehrt.

Gegenwind gab es auch von Unternehmensseite. Die Quartalszahlen des weltgrößten Einzelhändlers Walmart fielen für die Anleger enttäuschend aus. Der Konzern verfehlte die Erwartungen beim flächenbereinigten Umsatz, auch der Gewinn ging zurück. Die gestiegenen Benzinpreise hätten die Kunden dazu gezwungen, ihren Konsum einzuschränken, so das Unternehmen.

Der private Konsum ist der wichtigste Motor für die US-Konjunktur. Die Anleger machen sich nun Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft.

Die steigenden US-Anleiherenditen und geopolitische Spannungen haben heute auch den asiatischen Aktienmärkten zugesetzt. Der Nikkei-Index in Tokio sinkt zum Wochenausklang 0,3 Prozent auf 66.008 Punkte. Der breiter gefasste Topix notierte 0,1 Prozent niedriger bei 4.054 Zählern.

In China blieb die Börse Shanghai fast unverändert bei 3.904 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg dagegen um 0,5 Prozent auf 4.616 Punkte.

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