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Politik

Marktbericht: Anleger nervös in der Woche der Wahrheit

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 25.08.2026 • 07:31 Uhr

Vor den Anlegern liegen wichtige Termine: Am Mittwoch legt der Chipriese Nvidia seine Bilanz vor, am Freitag hält der US-Notenbank-Chef eine Rede. Deshalb bleiben die Investoren zurückhaltend.

Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex rund 0,1 fester auf mehr als 26.150 Punkte. Gestern hatte der DAX fast unverändert bei 26.107 Punkten geschlossen.

Vor bedeutsamen Terminen in dieser Woche ist die Nervosität der Anleger hoch. Am Mittwoch nach US-Börsenschluss wird der Chipriese Nvidia seine Quartalsbilanz vorlegen. Vorher stehen noch US-Inflationsdaten auf dem Terminplan. Am Freitag wird dann der US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole eine Rede halten. Die Investoren erhoffen sich Hinweise auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve.

Die Zinsentwicklung ist besonders für die KI-Branche wichtig. Viele KI-Konzerne decken ihren Investitionsbedarf mit Krediten oder durch Ausgabe von Unternehmensanleihen. Und angesichts wachsender Staatsschulden befürchten Investoren, dass steigende Zinsen den Schuldendienst sowie Renditen auch für Unternehmensanleihen massiv verteuern werden. Geld, das dann an anderer Stelle fehlt.

„Nvidia muss überzeugen, um das eine Standbein des Aktienmarktes stabil zu halten, und Warsh muss Klarheit über die Zinssätze schaffen, um das andere Standbein zu stabilisieren“, sagte Richard Reyle, Chefinvestor bei Questar Capital Partners.

„An den Märkten schlägt die Woche der Wahrheit“, sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. „Während der Iran-Konflikt jederzeit neue geopolitische Risiken freisetzen und der Notenbanker-Gipfel in Jackson Hole die Zinsfantasien neu justieren könnte, dürften die Nvidia-Zahlen zum Lackmustest für die KI-Fantasie werden.“

Die Unsicherheit zeigte sich gestern auch an der Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann zwar 0,3 Prozent auf 53.417 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab hingegen 0,8 Prozent auf 25.980 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 7.653 Stellen ein.

Bei den Technologiewerten wurde die Stimmung auch belastet durch den wachsenden politischen Widerstand gegen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Zuvor hatte der texanische Gouverneur Greg Abbott die Genehmigung neuer KI-Rechenzentren in seinem Bundesstaat vorerst gestoppt und der Branche eine Mitschuld am wachsenden Widerstand in der Bevölkerung gegeben. Die Unternehmen hätten sich „ihr eigenes Grab geschaufelt“, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf den Republikaner.

Für Verunsicherung sorgte in den USA zudem die Ankündigung neuer, besonders scharfer Sanktionen gegen Iran. Die neuen Sanktionen zielten darauf ab, jede potenzielle Einnahmequelle der iranischen Revolutionsgarden zu unterbinden, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. Der Fokus liege auf digitalen Vermögenswerten, Technologie, Gold, der Luftfahrt und der Schifffahrt. Was im Einzelnen geplant ist, bleibt unklar.

Derweil will die kanadische Regierung heute ihre Antwort auf die neuen US-Zölle verkünden. Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada war am Wochenende nach dem Scheitern von Verhandlungen eskaliert. In der Nacht zu Samstag traten US-Zölle in Höhe von 50 Prozent unter anderem auf alkoholische Getränke, Milchprodukte, Hockeyschläger und Sperrholz aus Kanada in Kraft.

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Dr. Heinrich Krämer
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