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Startseite»Politik»Marktbericht: DAX startet mit leichtem Plus in den Handel
Politik

Marktbericht: DAX startet mit leichtem Plus in den Handel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 7, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 07.05.2026 • 10:25 Uhr

In Asien und in den USA sind die Börsen in Rekordstimmung. Deutschland kämpft dagegen weiter mit Konjunkturproblemen. Die Folgen des Iran-Kriegs belasten die deutsche Wirtschaft.

Hinsichtlich des Iran-Kriegs bleibt US-Präsident Trump optimistisch. Er spricht von sehr guten Gesprächen mit Iran, hält eine Einigung in den kommenden Tagen für möglich. Solche Aussichten sowie die anhaltende Begeisterung der Investoren für Künstliche Intelligenz (KI) hatten den US-Börsen am Mittwoch neue Rekorde beschert. Am Donnerstag stieg der japanische Leitindex Nikkei erstmals über 63.000 Punkte.

Nicht ganz so groß ist die Euphorie am deutschen Aktienmarkt. Der deutsche Leitindex DAX gewann wenige Minuten nach der Eröffnung im Xetra-Handel 0,3 Prozent auf 24.986 Punkte. Zeitweise hatte er sogar über die Marke von 25.000 Punkten gelugt.

Wie steht es um die deutsche Konjunktur? Diese Frage beschäftigt die Investoren schon seit längerem. „Der Iran-Krieg hat die zaghafte Erholung der deutschen Wirtschaft abgewürgt“, sagt der Ökonom Michael Grömling. Er ist Konjunkturforscher am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft. „Steigende Energiepreise und Lieferstörungen treffen ein Land, das nach drei Jahren Rezession und Stagnation kaum noch Puffer hat.“ Das minimale Plus komme vor allem durch staatliche Konsumausgaben und Investitionen in die Verteidigung zustande.

Das IW rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. Im Dezember, und damit vor Beginn des Konflikts, hatte die Prognose bei 0,9 Prozent gelegen. Der Krieg konfrontiere die gesamte Weltwirtschaft mit schwer kalkulierbaren ökonomischen Belastungen. Davon seien alle Bereiche der deutschen Wirtschaft betroffen.

Für einen Hoffnungsschimmer sorgen hingegen die Auftragseingänge der deutschen Industrie. Die Unternehmen hatten im ersten Monat nach Beginn des Iran-Kriegs überraschend viele Bestellungen erhalten, vor allem aus dem Ausland. Das Neugeschäft wuchs im März um 5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Von einem „Lichtblick für die Unternehmen“, spricht Ökonom Michael Herzum von Union Investment. Grund für allzu viel Optimismus sei aber nicht gegeben. „Da die Lieferung mit Produktionsmitteln stockt, dürften Unternehmen eher langsam vorgehen“, so Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. „Wegen des Energiepreisschocks bedarf es zudem neuer Preiskalkulationen. Für die Industrie bleibt es zentral, dass die Straße von Hormus bald frei wird.“

Gleich mehrere Unternehmen lassen sich am Donnerstag in die Geschäftsbücher schauen. Anhaltende Probleme der Labordiagnostik-Sparte in China sowie die wieder steigende Inflation lassen Siemens Healthineers pessimistischer werden. Der Erlanger Medizintechnik-Konzern kappt deshalb seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr.

Wohnraum in Deutschland ist vielerorts knapp und teuer. Vonovia, Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern, profitiert wie alle Vermieter, von einer hohen Nachfrage vor allem in den Ballungsgebieten. Die monatliche Miete stieg in den ersten drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich auf im Schnitt 8,46 Euro pro Quadratmeter – das waren 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch die Geschäfte mit Zusatzleistungen laufen gut. Das sind Services rund ums Wohnen wie Versicherungen oder Handwerks- und Modernisierungsdienste.

Doch der stark verschuldete Konzern bekommt höhere Finanzierungskosten zu spüren. „Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr hat der Krieg im Nahen Osten vorerst zu einer stärkeren Volatilität und leicht höheren Finanzierungskosten geführt“, sagte Finanzchef Philip Grosse.

Eine schwache Nachfrage, anhaltender Preisdruck aus Asien und ungünstige Wechselkurse hinterlassen bei Spezialchemiekonzern Lanxess tiefe Spuren. „Der Jahresstart war schwach“, sagte Vorstandschef Matthias Zachert am Donnerstag, „aber seit März sehen wir ein leicht positives Momentum“. Durch den Krieg im Nahen Osten seien die Lieferketten vieler asiatischer Wettbewerber gestört, weshalb sich Kunden wieder stärker europäischen Anbietern zuwendeten. Unter dem Strich steht nach den ersten drei Monaten des Jahres ein Verlust von 141 Millionen Euro. Vor einem Jahr war es noch ein Minus von 57 Millionen.

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