marktbericht
Der deutsche Aktienmarkt startet mit wenig Bewegung in die neue Woche. Die Anlegerinnen und Anleger beobachten weiter die Entwicklungen im Iran-Krieg. Zudem könnte auch die Konjunktur in den Fokus rücken.
Nach der durchwachsenen Vorwoche zeichnet sich für den DAX ein ruhiger Wochenstart ab. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex knapp 0,1 Prozent höher bei 25.129 Punkten. In der vergangenen Woche war er in der Hoffnung auf eine Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran gleich zum Start bis auf 25.438 Punkte gestiegen.
Diese Aussicht erhielt im Wochenverlauf allerdings keine neue Nahrung. So entfernte sich der DAX wieder von seinem Rekordhoch Mitte Januar bei knapp 25.508 Punkten.
Trotzdem sind die Anlegerinnen und Anleger weiterhin der Auffassung, dass im Iran-Krieg ein Friedensschluss wahrscheinlicher ist als eine Eskalation. In den USA eilen die wichtigsten Aktienindizes wie S&P 500 und Nasdaq 100 von Rekord zu Rekord – jüngst schloss sich auch der Dow Jones an.
Am Morgen setzten sich auch die Rekordrallys des japanischen Nikkei 225 und des südkoreanischen Kospi fort. Am Aktienmarkt werde schon die Zukunft gekauft, während in Nahost noch die Gegenwart verhandelt werde, kommentierte Marktexperte Stephen Innes. Aktuell könnte der Iran-Krieg jedoch erst einmal etwas in den Hintergrund rücken, schrieb Analystin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen.
Allmählich drängen dem Experten zufolge wieder andere Themen in den Vordergrund. So stünden in den USA und im Euroraum in der Woche wichtige Konjunkturindikatoren zur Veröffentlichung an. Für die Vereinigten Staaten geben die Einkaufsmanager-Umfragen und der monatliche Arbeitsmarktbericht Auskunft über die konjunkturelle Lage. Im Euroraum und in Deutschland stehen ebenfalls die Einkaufsmanager-Indizes im Fokus.
Frische Zahlen zur Bewertung der aktuellen Geschäftslage stehen in der neuen Woche kaum auf der Agenda, da die Berichtssaison zum ersten Quartal so gut wie beendet ist. Nunmehr laden viele Unternehmen ihre Aktionäre zu den Hauptversammlungen ein. Für die Anlegerinnen und Anleger bedeutet dies, dass die Papiere gegebenenfalls einen Tag nach den Aktionärstreffen mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.
Am Mittwoch nach Börsenschluss gibt die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx zudem bekannt, welche Veränderungen sie in den Indizes der DAX-Familie vornimmt. Die Aktien des Baukonzerns Hochtief stehen laut dem Experten Pankaj Gupta von der US-Bank JPMorgan nach dem starken Lauf der vergangenen Monate vor dem Aufstieg in den Leitindex.
Einen zweiten Kandidaten sieht der Fachmann in der Fluggesellschaft Lufthansa. Als Abstiegskandidaten nannte er neben dem Online-Händler Zalando die VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE.
