Bei Mercedes-Benz haben Beschäftigte mehrerer Werke gegen Sparpläne der Konzernspitze protestiert. Die Kundgebungen richten sich vor allem gegen den Plan, die Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden pro Woche zu verlängern.
Gegen den Sparkurs bei Mercedes-Benz haben Tausende Beschäftigte protestiert. An den Kundgebungen an mehreren Standorten des Autobauers nahmen nach Angaben der IG Metall mehr als 33.000 Beschäftigte teil, nach Angaben von Mercedes waren es circa 16.000.
Unternehmen will 35-Stunden-Woche abschaffen
Die Mitarbeiter demonstrierten „gegen eine unbezahlte Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden, Einschnitte bei tariflichen Leistungen, überzogene Dividenden und einen Kürzungskurs des Konzerns auf dem Rücken der Belegschaft“, wie die IG Metall mitteilte.
Um die Einführung der 35-Stunden-Woche ist zwischen IG Metall und den Arbeitgebern lange gerungen worden. Unter anderem in den 1980er Jahren mit einem wochenlangen Arbeitskampf, bei dem es auch zu Aussperrungen kam.
Weitere Proteste angekündigt
Gewerkschaft und Betriebsrat forderten „sichere Arbeitsplätze, Perspektiven für die Standorte sowie unangetastete tarifliche und soziale Sicherheit“. Die IG Metall kündigte ähnliche Proteste auch bei anderen Autoherstellern und Zulieferern in den kommenden Wochen an – etwa bei Volkswagen.
„Das Unternehmen nehme „mögliche Unsicherheiten und Sorgen ernst“, erklärte eine Konzernsprecherin. Mercedes-Benz sei es wichtig, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frühzeitig und transparent zu informieren – „auch bei schwierigen Entscheidungen“, erklärte eine Konzernsprecherin.
Konzern meldet Gewinnrückgang
Mercedes-Benz hatte Ende April seine Bilanz für das erste Quartal vorgelegt – der Gewinn sank um 17 Prozent im Vorjahresvergleich auf 1,43 Milliarden Euro. Mercedes machte vor allem ein schwieriges China-Geschäft verantwortlich.
