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Startseite»Politik»Meteorologen waren vor Gesundheitsschäden durch Großfeuer
Politik

Meteorologen waren vor Gesundheitsschäden durch Großfeuer

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 7, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 07.09.2026 • 11:56 Uhr

Wald- und Buschfeuer verursachen nicht nur direkte, sondern auch indirekte Schäden. Die Weltorganisation für Meteorologie warnt vor negativen Folgen für die menschliche Gesundheit, auch weit entfernt von Brandorten.

Hitzewellen und Waldbrände erschweren nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) die weltweiten Bemühungen um saubere Luft: Wie aus dem aktuellen WMO-Bericht zu Klima und Luftqualität hervorgeht, führen die steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels nicht nur zu einer Zunahme von Bränden, deren Rauch schädliche Feinstaubpartikel enthält, sondern auch zur stärkeren Bildung von Ozon am Boden.

WMO besorgt wegen Feinstaub-Belastung

Untersucht wurde für den Bericht unter anderem die Belastung durch PM2,5-Feinstaub, der besonders gesundheitsschädlich ist. Diese Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer können beim Einatmen tief in die Lunge und von dort aus auch in den Blutkreislauf gelangen. Sie können Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen wie Asthma und Lungenkrebs verursachen.

In Europa und Nordamerika hätten strengere Vorschriften die Feinstaub-Emissionen aus Industrie und Verkehr gesenkt, erklärte die WMO. Die Feinstaub-Belastung durch Brände habe zugleich aber zugenommen. Feinstaub, der bei der Verbrennung von Vegetation entsteht, sei zudem noch „deutlich toxischer“ als Feinstaub aus anderen Quellen wie Autoabgasen, erklärte der WMO-Experte Lorenzo Labrador.

Wind trägt Feinstaub sehr weit

Dieser Feinstaub schädige auch die Gesundheit von Menschen und Tieren, die weit von dem Brand entfernt lebten, weil der Wind die winzigen Partikel über weite Strecken transportiere. Bisher werde die negative Wirkung von Bränden bei der Bewertung der Luftqualität nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Labrador.

Die WMO zitiert eine Studie, derzufolge sich die Zahl der Brände mit starker Rauchentwicklung weltweit seit den 1990er Jahren verdreifachte. Dies habe konservativen Schätzungen zufolge allein zwischen 2010 und 2018 zu fast 100.000 zusätzlichen Todesfällen beigetragen.

Steigende Ozonwerte

Hitzewellen können außerdem die Ozonwerte steigen lassen: Hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigen die bodennahe Entstehung des Gases. Langfristige Ozonbelastung wird mit einer höheren Sterblichkeit vor allem durch Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht.

Die erhöhte Ozon-Belastung infolge der Erderwärmung könne zu Zehntausenden zusätzlichen vorzeitigen Todesfällen führen, warnt die WMO. Luftqualität und Klimawandel könnten daher „nicht getrennt voneinander behandelt werden“, erklärte der WMO-Experte Labrador. „Wenn sich das eine verschlechtert, verschlechtert sich auch das andere.“

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