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Startseite»Politik»Möglicher „Super El Niño“ in den USA: Extremwetter und mehr Haie
Politik

Möglicher „Super El Niño“ in den USA: Extremwetter und mehr Haie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.06.2026 • 09:29 Uhr

Das Klimaphänomen El Niño könnte in diesem Jahr besonders stark werden. In Kalifornien bereiten die Behörden die Menschen deshalb auf Hitze, Dürren und Überschwemmungen vor. Auch für Tiere hätte ein „Super El Niño“ Folgen.

Nils Dampz

„El Niño hat begonnen“, sagt Ariel Cohen vom Nationalen Wetterservice der USA. „Wie wir derzeit sehen, herrschen bereits El-Niño-Bedingungen, die sich voraussichtlich bis in den Winter hinein verstärken werden.“

Dass es in diesem Jahr zu einem El Niño kommen könnte – damit haben Fachleute seit Monaten gerechnet. Eine der großen Fragen jetzt ist, wie stark das Klimaphänomen in diesem Jahr ausfällt.

Tatsächlich besteht eine Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent, dass wir es im Zeitraum von November bis Januar mit einem sehr starken El-Niño-Ereignis zu tun haben. Es könnte zu den stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählen.

Ariel Cohen, US-Wetterservice

Warnung an die US-Öffentlichkeit

Eine andere Frage: Welche Region könnte betroffen sein? Wetterexperte Cohen sagt: „Selbst bei sehr starken El-Niño-Ereignissen bedeutet das nicht zwangsläufig, dass überall die gleichen Auswirkungen zu erwarten sind.“ Es erhöhe aber die Wahrscheinlichkeit, dass es in Südkalifornien feuchter als normal werde. Die Behörden können also noch nicht konkret vorhersagen, wer genau wie in den nächsten Monaten betroffen sein könnte.

Doch Cohen und seine Kollegen wollen die US-Öffentlichkeit schon mal auf einen möglicherweise unruhigen Winter vorbereiten. Die wichtigste Nachricht: „Bleiben Sie auf dem Laufenden und informieren sie sich aus zuverlässigen Quellen, damit sie in Sicherheit bleiben und ihr Leben und das ihrer Angehörigen schützen können“, sagt Cohen.

Höhepunkt Ende des Jahres

Das Klimaphänomen El Niño erreicht seinen Höhepunkt oft gegen Ende des Jahres. Fischer aus Peru benannten es deshalb schon vor Hunderten Jahren nach dem Christkind, das auf spanisch „El Niño“ heißt.

Bei dem Klimaphänomen verändern sich Meeresströmungen im Pazifik, was zu einem Anstieg der Wassertemperaturen führt. Die Folge können Hitzewellen, Dürren oder Überschwemmungen sein.

„El-Nino-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres Anfang Juni. „Die Folgen werden noch heftiger und sich noch weiter ausbreiten.“

Gut für Haie, schlecht für Wale

Sollte es zu einem starken El Niño – einem sogenannten „Super El Niño“ – kommen, hätte das auch Auswirkungen auf die Tiere im Pazifik, sagt Meeresbiologe Nate Jaros vom Aquarium of the Pacific: „In der Vergangenheit haben wir geringere Fisch-Bestände beobachtet. Einer der Gewinner ist allerdings der Steinfisch, der Bestand wächst. Auf der anderen Seite sind junge Seelöwen oft kleiner als üblich.“

Wärmeres Wasser könnte auch mehr Haie vor die Küsten im Süden Kaliforniens ziehen. Außerdem wäre es eine Gefahr für Wale. „Wir hatten vermehrt Fälle von Walen, die sich in Netzen verfangen oder mit Schiffen in Kontakt kommen, weil sie näher an die Küsten kommen. Es gibt außerdem weniger Nahrung für Bartenwale.“

Laut Umweltorganisationen sind in diesem Jahr bisher mindestens 51 Wale an der US-Westküste verendet.

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