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Startseite»Nachrichten»Nach Hauseinsturz in Görlitz: „Jedes Brett per Hand anheben“
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Nach Hauseinsturz in Görlitz: „Jedes Brett per Hand anheben“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Nach Hauseinsturz in GörlitzSuche nach Vermissten: Einsatzkräfte heben „jedes Brett per Hand“

Am frühen Montagabend ist in der James-von-Moltke-Straße in Görlitz ein Wohnhaus eingestürzt. (Foto: IMAGO/Matthias Wehnert)

Die Lage in Görlitz bleibt kritisch. Nach dem Einsturz eines Wohnhauses vermuten Einsatzkräfte noch immer drei Menschen unter den Trümmern. Dabei bremst eine unsichtbare Gefahr die Suche nach den Vermissten aus.

Mit bloßen Händen suchen die Einsatzkräfte nach drei Vermissten in dem eingestürzten Gründerzeithaus im sächsischen Görlitz. „Jeder Stein, jedes Brett muss per Hand angehoben werden, um eventuelle Hohlräume, in denen sich Gas angesammelt haben könnte zu entdecken“, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr Görlitz, Sebastian Schramm.

Das Haus war am frühen Montagabend eingestürzt. Vermisst werden noch zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren und ein Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 48 Jahren, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufgehalten hatte. Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht – die beiden Feriengäste waren noch auf der Anreise.

Die genaue Ursache steht noch nicht fest. „Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus“, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu. „Es war eine lange und herausfordernde Nacht. Die Lebensrettung steht an erster Stelle“, betonte der CDU-Politiker. Insgesamt waren am Vortag 140 Einsatzkräfte am Unglücksort. Unterstützung komme von allen Seiten auch aus dem benachbarten Polen. Zudem seien Höhenrettern und auch Hundestaffeln im Einsatz.

Rettungshunde im Einsatz

Nach Polizeiangaben tritt auch am Morgen noch immer Gas aus: Die Gefahr sei noch nicht gebannt. In der Nacht waren fünf Hunde im Einsatz – nach Feuerwehrangaben krochen sie in kleinste Höhlen. Der Einsatz werde mindestens den ganzen Tag, zur Not auch die kommende Nacht andauern. Die Überlebenschance liege bei diesen Temperaturen bei 72 Stunden, sagte Raik Schulze, Leiter des Führungsstabes der Polizeidirektion Görlitz.

Man sei dabei, eine Lösung für das Problem des ausstehenden Gases zu finden, betonte Schramm. Unklar sei, in welchem Umfang Gas noch ausströmt. Baustatiker waren inzwischen vor Ort, Häuser links und rechts der Einsturzstelle können später wieder bezogen werden, aber nicht, bevor die Personensuche abgeschlossen ist. Von den 54 Leuten, die von der Evakuierung betroffen sind, sind vier in einer städtischen Villa untergebracht.

Nach dem Zusammensturz des Gebäudes in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs war die Unfallstelle zunächst weiträumig evakuiert und abgesperrt worden. In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa

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