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Politik

Noch mehr Eigentum westlicher Firmen unter Kreml-Kontrolle

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 16, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 16.10.2026 • 14:38 Uhr

Unmittelbar vor Wolodymyr Selenskyjs Auftritt beim Europäischen Rat stellt Russland weitere europäische Unternehmen im Land unter staatliche Zwangsverwaltung – darunter einen deutschen Verpackungshersteller.

Russland hat die Vermögenswerte von weiteren Unternehmen aus Europa unter vorläufige staatliche Verwaltung gestellt. Etwa der deutsche Verpackungshersteller MENSHEN ist laut einem Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin betroffen. Von der Firma aus dem Sauerland liegt bislang keine Stellungnahme vor.

Ebenfalls auf der Liste standen den Angaben zufolge der französische Bodenbelagshersteller Tarkett, der schwedische Verpackungshersteller Sverige International Holdings und der belgische Hygieneproduktehersteller Ontex. Außerdem wurden die russischen Vermögenswerte des früheren europäischen Metallverpackungsunternehmens Eviosys genannt, das im Dezember 2024 vom US-Verpackungskonzern Sonoco übernommen wurde.

Entscheidung ist laut Kreml „umkehrbar“

Putins Dekret wurde kurz vor einem Auftritt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim EU-Gipfel bekannt. Russland hatte zuvor erklärt, solche Maßnahmen seien eine Reaktion auf die Beteiligung von EU-Staaten an „direkten Feindseligkeiten auf dem Schlachtfeld“; sie seien „umkehrbar“.

Der Kreml kritisiert die Europäische Union für das Einfrieren von rund 210 Milliarden Euro seines Staatsvermögens als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der nun schon Jahre anhält und zuletzt weiter an Brutalität zugenommen hatte. Das neue Dekret folgt auf einen ähnlichen Schritt im vergangenen Monat gegen den Schweizer Lebensmittelriesen Nestlé und die Einzelhändler Auchan und METRO.

METRO, Nestlé und Auchan bereits unter Kreml-Kontrolle

Bereits Ende September hatte der Kreml die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns METRO unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Der seit 2001 in Russland engagierte Handelskonzern war anders als zahlreiche andere westliche Unternehmen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Land geblieben. METRO beschäftigt in Russland etwa 9.000 Menschen und betreibt 91 Märkte.

Wenige Wochen zuvor hatte Russland auch die Kontrolle über die russischen Vermögenswerte von Nestlé und des französischen Einzelhändlers Auchan übernommen.

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