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Startseite»Politik»Öffentliche Fahndung der Polizei: Sabotage-Verdächtiger weiter flüchtig
Politik

Öffentliche Fahndung der Polizei: Sabotage-Verdächtiger weiter flüchtig

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 5, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.09.2026 • 19:52 Uhr

Ein 48-Jähriger hat sich in zwei Schreiben zu den versuchten Sabotageakten gegen das Stromnetz bekannt. Darin nennt er seinen Namen, er wurde aber noch nicht gefasst. Nun setzt die Polizei auf eine öffentliche Fahndung.

Nach versuchten Sabotageakten gegen die Stromversorgung an mehreren Orten in Deutschland läuft die Fahndung nach dem Tatverdächtigen. Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und NRW veröffentlichten nun im Zusammenhang mit den Vorfällen einen gemeinsamen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen und baten die Bevölkerung um Hinweise.

In zwei Schreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und mit dem Namen des 48-Jährigen unterzeichnet waren, hatte sich der Absender zu den Taten bekannt. So hatte er die Verantwortung für versuchte Anschläge auf das Stromnetz rund um die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg übernommen, ebenso bekannte er sich zu Anschlägen auf die Stromversorgung bei Gohr, Bergheim-Rheidt, Dormagen und Weisweiler, allesamt in Nordrhein-Westfalen.

Dobrindt spricht vom „Klimaterrorismus“

„Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Zum Motiv sagte der CSU-Politiker, es handele sich sehr wahrscheinlich um „Klimaterrorismus“ eines Einzeltäters. In einem Bekennerschreiben heißt es: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen.“

Auffällig ist, dass sich die betroffenen Orte in der Nähe von Gebieten befinden, in denen noch Braunkohle abgebaut wird. Aktiven Tagebau in Deutschland gibt es nach Angaben des Branchenverbandes Debriv in Nordrhein-Westfalen, im Süden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts sowie im Osten und Westen von Sachsen.

Lastwagen entdeckt, Tatverdächtiger nicht vorgefunden

Am Freitag hatten Beamte in der Wohnung des Tatverdächtigen im nordrhein-westfälischen Gevelsberg Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando am Nachmittag im rund 100 Kilometer entfernten Niederzier in einem Wald einen Lastwagen, der augenscheinlich zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.

Noch ist nicht bestätigt, dass der Verdächtige tatsächlich für einen oder mehrere der Anschlagsversuche verantwortlich ist. Neben einem möglichen linksextremistischen Motiv ist laut dem nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul auch eine „fremdstaatlich gesteuerte Sabotage“ nicht auszuschließen.

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