Gogoladze neuer Champion
Ayari verpasst Titelchance in dramatischer Taktik-Schlacht
Mit Jessin Ayari kann erstmals ein Deutscher Champion bei Europas bester MMA-Organisation Oktagon werden. Das Weltergewicht-Duell des vielversprechenden Kampfabends nimmt einen turbulenten Verlauf.
Der Horror-Anlauf für das MMA-Event an Halloween endet nicht mit einem Happy End aus deutscher Sicht: Der Nürnberger Jessin Ayari verliert den Titelkampf im Weltergewicht bei Oktagon 96 nach Punkten gegen den Georgier Amiran Gogoladze. Das Event war zuvor überschattet von Kampfabsagen.
Statt Ayari hätte eigentlich Felix Klinkhammer um den Titel kämpfen solle, ehe der Wahl-Londoner verletzt ausfiel. Auch Niko Samsonidse musste für München aus gesundheitlichen Gründen passen. Mit Hafeni Nafuka verpasste dann sogar einer der Ersatzkandidaten derart das Gewicht, dass auch hier jemand einspringen musste.
Im Hauptkampf sah es in der ersten Runde zunächst so aus, also könnte Ayari den favorisierten Gogoladze bezwingen. Gleich zweimal schickte der Deutsche seinen Gegner zu Boden. Erst mit einem Haken, dann mit einem Uppercut. Doch Gogoladze überstand die Runde. In der Folge drehte der Georgier auf, fuhr ein höheres Tempo und landete die härteren Treffer. In der dritten Runde brachte er Ayari dann mit Tritten auf das Knie aus dem Konzept. Immer seltener brachte der Nürnberger seine gefährlichen Vorstöße an. Nach Punkten ging der Titel schließlich an den Georgier.
Den Auftakt in München machten Marat Nessar und Abdulmalik Aliev. Nessar, Top-Talent aus München gegen Aliev, Top-Talent aus Wien. Beide hatten erst einen Profikampf absolviert, stellten sich mit dem Aufeinandertreffen bereits früh in ihrer Karriere einem starken Gegner. Während Nessar in der ersten Runde noch sehr gute Treffer im Stand landen und das Ringen des Österreichers verteidigen konnte, drehte sich der Kampf in den folgenden Runden. Aliev rang Nessar immer wieder nieder und setzte zu Aufgabegriffen und Ground and Pound an. Nessar wehrte sich nach Kräften, hatte aber nur selten die Gelegenheit, sich wieder hochzukämpfen. Nach Punkten ging der Sieg schließlich an den Österreicher.
Für den Österreicher Daniel Schordje sollte der Brasilianer Henrique Madureira eine harte Nuss werden. Schordje hatte mit dem Tempo des in München lebenden Südamerikaners seine Probleme, bewies aber Nehmerqualitäten. Immer wenn es an den Käfigzaun ging, konnte der Österreicher im Clinch Treffer landen. Den Ton gab aber Madureira über drei Runden an und punktete den Österreicher aus.
Das Duell der Weltergewichte Endrit Brajshori aus Rosenheim und Christian Mach aus Balingen war mit Spannung erwartet worden. Beide Kämpfer kennen nur den Vorwärtsgang und ließen sich auch in den ersten Sekunden auf einen direkten Schlagabtausch ein. Sowohl Mach als auch Brajshori landeten Treffer. Immer wenn der Rosenheimer die Frequenz erhöhte, schaltete Mach – Spitzname „The Walking Dead“ – in den Takedown und clinchte am Zaun. So konnte er durchschnaufen, doch gegen Ende der ersten Runde schickte ihn Brajshori mit einer krachenden rechten Geraden zu Boden. Der Kämpfer aus dem MMA Rosenheim setzte nach und konnte den Sieg durch technischen Knockout einfahren.

Der Münchner Michael Deiga-Scheck wollte es mit seinen 40 Jahren noch einmal wissen. Vor heimischem Publikum gab der Deutsch-Brasilianer gegen Lukáš Chotěnovský sein Comeback. Deiga-Scheck trat erstmals seit Jahren wieder im Bantamgewicht (57 kg) an und die neue Gewichtsklasse tat ihm sichtlich gut. Sein tschechischer Gegner fand keine Mittel gegen die harten Legkicks und guten Kombinationen. Immer wenn beide im Clinch landeten, drehte sich Deiga-Scheck geschickt raus. Zwei Runden dominierte der Münchner und lag auf den Punktzetteln vorne. In der dritten Runde ging ihm allerdings die Luft aus. Das nutzte Chotěnovský, um harte Treffer zu landen. Deiga-Scheck wackelte, aber zeigte dann seinen Fight IQ. Er presste seinen Gegner oft gegen den Zaun und nahm das Tempo raus. Nach Punkten sicherte er sich den Sieg.
Gökhan Aksu ließ gegen den kurzfristig eingesprungenen Rene Runge nichts anbrennen. bereits in der ersten Runde siegte er durch technischen Knockout. Der Kufsteiner bedankte sich anschließend bei Runge, da dieser den Kampf mit nur wenigen Tagen Vorbereitung angenommen hatte.

Diese zwei Frankfurter Kämpfer teilen wirklich alles
Taktisch ging es dagegen bei den Schwergewichten zu. Die Nummer eins der Rangliste, Lazar Todev, musste sich gegen Simon Biyong erst in den Kampf reinarbeiten. Erst aber der zweiten Runden konnte der Stuttgarter mit Legkicks und schnellen Eins-Zwei-Kombinationen punkten. Ein knapper Split-Decision-Sieg stand für Todev am Ende zu Buche.
Im Duell der Generationen zog der Mainzer Tyrone Pfeifer gegen den slowakischen Veteranen Ronald Paradeiser den Kürzeren. Pfeifer war im Stand zwar gefährlich, Paradeiser verlagerte den Kampf aber in jeder Runde schnell auf dem Boden. Dort fehlten dem Deutschen die Mittel, um wieder hochzukommen.
Verwendete Quellen: ntv.de, mba
