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„Pride Match“ gegen Ägypten?: Jetzt will Iran auch die Regenbogenflagge bei der WM verboten haben

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Pride Match“ gegen Ägypten?

Jetzt will Iran auch die Regenbogenflagge bei der WM verboten haben

25.06.2026 | 12:30 Uhr

In der Islamischen Republik Iran bestraft die Justiz Homosexualität mit dem Tod. Weil das WM-Spiel der Iraner gegen Ägypten in Seattle als „Pride Match“ firmieren soll, beschwert sich der iranische Verband bei der FIFA – und stellt erneut Forderungen.

Der iranische Fußballverband hat sich im Vorfeld des viel diskutierten „Pride Matches“ bei der WM offenbar gegen entsprechende „Zeremonien oder Werbeaktionen“ ausgesprochen und die FIFA zum Handeln aufgefordert. Wie „The Athletic“ berichtete, sagte ein Sprecher der iranischen Nationalmannschaft auf Anfrage, dass man diese Angelegenheit ernst nehme und dem Weltverband den eigenen „Standpunkt klar mitgeteilt“ habe. Die LGBTQ+-Gemeinschaft wird in der Stellungnahme jedoch nicht wörtlich erwähnt.

Das Duell zwischen dem Iran und Ägypten, das am Samstag (5 Uhr MESZ/MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) in Seattle stattfindet, hatte bereits nach der Auslosung Wirbel entfacht und Kritik der beteiligten Verbände ausgelöst. Die Veranstalter hatten das Spiel zum „Pride Match“ ausgerufen, noch bevor die Paarung feststand. Die Begegnung fällt auf ein Wochenende, an dem in der Stadt traditionell die LGBTQI+-Community feiert.

„Der Iran und Ägypten sind zwei muslimische Länder mit tiefen kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten, und die von beiden Verbänden geäußerten Ansichten spiegeln die Werte und Überzeugungen wider, die von den Menschen beider Länder geteilt werden“, hieß es nun vonseiten des iranischen Verbands. Man sei der Meinung, dass die FIFA „die Ansichten und Bedenken der teilnehmenden Mannschaften“ bezüglich des Spielumfeldes und der Stadionpräsentation berücksichtigen solle.

Verbot der historischen Flagge Irans schon gescheitert

Der Weltverband sei über die „gemeinsame Position beider Länder“ informiert worden, und man erwarte, dass „die notwendigen Schritte“ unternommen werden, „um sicherzustellen, dass keine entsprechenden Zeremonien oder Werbeaktionen im Stadion oder im Rahmen des offiziellen Spielgeschehens stattfinden“. Der Sprecher fügte laut „The Athletic“ hinzu, dass der iranische Verband der FIFA mitgeteilt habe, dass er keine Symbole oder Darstellungen der „Bewegung“ im Stadion sehen wolle – das würde etwa die Regenbogenflagge einschließen, die als Symbol der LGBTQ+-Gemeinschaft gilt. 

Schon zuvor hatte der iranische Verband von der FIFA gefordert, die historische Flagge Irans mit Löwe und Sonne (Shir o Khorshid) – heute das Zeichen der Opposition gegen die Islamische Republik – im Stadion zu verbieten. Der Weltverband knickte ein und setzte die Flagge auf eine Liste verbotener „Items“, ein US-Gericht bestätigte das Vorgehen der FIFA. In der Praxis ist das Verbot gescheitert: Bei den ersten beiden Gruppenspielen der Iraner in Los Angeles waren Löwe und Sonne dutzendfach im Stadion zu sehen.

Der Weltverband wiederum erklärte auf Anfrage des Portals in einer Stellungnahme, dass die WM ein „inklusives Event“ sei und „Regenbogenfahnen und andere Fahnen, die für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität stehen“, gemäß des Stadium Code of Conduct erlaubt seien. „Fans aller sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten sind bei den Spielen und Veranstaltungen willkommen“, hieß es weiter. Laut „The Athletic“ sei auch der ägyptische Verband um ein Statement gebeten worden.

Sportlich gesehen geht es für die beiden Teams um den Einzug ins Sechzehntelfinale. Als derzeit Gruppenerster hat Ägypten (vier Punkte) dabei die beste Ausgangslage, der Iran (zwei Punkte) belegt den zweiten Platz.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid

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