Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sind mehrere Wohnungen sowie Zellen in einem Gefängnis in Bremen durchsucht worden. Ermittelt wird gegen 23 Verdächtige – unter ihnen sind auch mehrere JVA-Mitarbeiter. Sie sollen Häftlinge mit Drogen und Handys versorgt haben.
Im Bremer Gefängnis gab es heute eine große Durchsuchung. Im Fokus der Ermittler standen dabei sowohl Beschäftigte als auch Insassen. Die Bremer Staatsanwaltschaft spricht von insgesamt 23 Beschuldigten, darunter sechs Mitarbeiter und zehn Gefangene, eine Mitarbeiterin eines Freien Trägers und sechs weitere Kontaktpersonen. Der Vorwurf: Verdacht der Bestechung und Bestechlichkeit sowie des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und der Beihilfe dazu.
Polizei durchsucht 11 Wohnungen
Die Gefängnis-Mitarbeiter sollen die Insassen unter anderem mit Handys, hochwertigen Lebensmitteln und Drogen versorgt haben. Unter den Insassen sollen diese Waren dann weitergehandelt worden sein, teilte die Bremer Staatsanwaltschaft mit. Neben der Durchsuchung im Gefängnis haben die Ermittler auch elf Wohnungen in Bremen und Niedersachsen durchsucht. Die verdächtigen Bediensteten des Gefängnisses haben Hausverbot und sind bis zum Abschluss der Ermittlungen vom Dienst freigestellt.
Justizsenatorin Claudia Schilling (SPD) hat Maßnahmen angekündigt, etwa den Einsatz einer Expertengruppe. Diese soll das Sicherheitskonzept prüfen und Verbesserungen vorschlagen. Erste Maßnahmen sind laut Schilling schärfere Kontrollen und der Einsatz eines modernen Drogenscanners. Die Justizsenatorin wertete die Ermittlungen als Erfolg.
Rückhaltlose Aufklärung gefordert
CDU und FDP in Bremen haben eine rückhaltlose Aufklärung der mutmaßlich kriminellen Vorgänge in der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen gefordert. Beide Parteien sprechen von schwerwiegenden Vorwürfen. Sie sprachen sich für ein konsequentes strafrechtliches Vorgehen aus, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. Strukturelle Schwachstellen im Sicherheitskonzept müssten beseitigt werden.
