Reaktion auf TerroranschlägePakistan greift in Afghanistan an
Pakistan befindet sich laut eigenen Angaben seit Monaten im „offenen Krieg“ mit Afghanistan. In der Nacht fliegt die Atommacht Angriffe auf Ziele im Osten des Landes. Zudem gibt es im Grenzgebiet Einsätze am Boden.
Die Atommacht Pakistan hat erneut Ziele im Nachbarland Afghanistan angegriffen. Sicherheitskräfte hätten entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze einen Bodeneinsatz durchgeführt, schrieb Informationsminister Ataullah Tarar auf X. Diesem folgten den Angaben nach Angriffe im Grenzgebiet auf Verstecke und Rückzugsgebiete unter anderem der pakistanischen Taliban (TTP).
Bei den „Präzisionsangriffen“ seien drei Ziele in den afghanischen Provinzen Paktia, Paktika und Kunar zerstört worden. Man habe 25 mutmaßliche Terroristen getötet, teilte Tarar weiter mit. Er stellte die Angriffe als Antwort auf jüngste Terroranschläge in Pakistan dar. Zuletzt waren am Samstag in der Hafenstadt Karachi drei Sicherheitskräfte getötet worden. Pakistan macht die militante Gruppe Jamaat-ul-Ahrar dafür verantwortlich, die häufig mit den pakistanischen Taliban in Verbindung gebracht wird.
Ein Sprecher der Taliban-Regierung in Kabul erklärte auf X, bei der „feigen Tat“ seien dutzende Zivilisten verletzt oder getötet worden. Der lokale Sender Tolonews sprach von mehr als 30 Toten und mehr als 100 Verletzten.
Seit Herbst kommt es immer wieder zu gegenseitigen Angriffen der beiden Nachbarländer. Zwischenzeitlich galt eine Waffenruhe, Ende Februar war der Konflikt aber eskaliert. Pakistan spricht seitdem von einem „offenem Krieg“ und führt seither immer wieder Luftangriffe auf Ziele in Afghanistan aus. Die Regierung in Islamabad beschuldigt die Taliban, bewaffneten extremistischen Gruppen Unterschlupf zu gewähren, die Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück.
