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Startseite»Betrugsmaschen»Rechnungen aus Hongkong: Abo-Falle oder berechtigte Forderung?
Betrugsmaschen

Rechnungen aus Hongkong: Abo-Falle oder berechtigte Forderung?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 17, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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📖Wie geraten Nutzer unbemerkt in Abo-Fallen? Antworten finden Sie im Leitfaden Abo-Fallen.

Aktuell melden sich zahlreiche Verbraucher bei Verbraucherzentralen und Beratungsstellen, weil sie überraschend Rechnungen oder Mahnungen für Online-Abonnements erhalten. Die Schreiben wirken offiziell, setzen kurze Zahlungsfristen und drohen mit Inkasso oder Schufa-Einträgen. Dadurch entsteht erheblicher Druck.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht, wer die Rechnung verschickt hat, sondern ob tatsächlich ein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist.

Eine Rechnung allein beweist keinen Vertrag

Die Verbraucherzentrale Sachsen weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Zahlungsaufforderung allein keinen wirksamen Vertrag nachweist. Wer sich nicht bewusst zu einem kostenpflichtigen Angebot angemeldet hat, sollte die Forderung schriftlich zurückweisen und sich nicht allein durch Mahnungen einschüchtern lassen.

Für einen gültigen Online-Vertrag gelten klare gesetzliche Anforderungen. Verbraucher müssen eindeutig erkennen können, dass sie eine zahlungspflichtige Bestellung auslösen. In Deutschland und der EU geschieht dies üblicherweise über die sogenannte Button-Lösung, etwa mit einer Schaltfläche wie „zahlungspflichtig bestellen“.

Fehlt diese eindeutige Kennzeichnung, ist der Vertrag unwirksam.

Margot Brands Limited betreibt mehrere Portale

Nach Recherchen verschiedener Verbraucherportale und Beratungsstellen steht hinter mehreren Webseiten dieselbe Firma:

  • novavitalia.de
  • bongochat.de
  • novachatai.io
  • novaerektionshilfe.de
  • novamenstruhilfe.de
  • swissnovacare.com
  • astrolonova.de

(Stand: 17.07.2026)

Im Impressum wird jeweils die Margot Brands Limited mit Sitz in Hongkong genannt. Das Unternehmen ist dort nach den veröffentlichten Angaben tatsächlich registriert.

Allein der Sitz in Hongkong macht eine Forderung jedoch weder automatisch unseriös noch automatisch berechtigt.

Nicht jeder Fall ist gleich

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Mimikama · Unabhängig seit 2011

Gut, dass du nachgeschaut hast.

Viele Menschen teilen Falschmeldungen nicht aus Bosheit, sondern weil sie verunsichert sind. Mimikama schafft genau in diesem Moment Klarheit. Wenn dir diese Arbeit hilft, unterstütze uns dabei, weiterzumachen.


  • Kein Vertrag abgeschlossen

Viele Betroffene berichten, die erste Kontaktaufnahme überhaupt sei bereits eine Rechnung oder Mahnung gewesen. Sie geben an, weder die Webseite besucht noch persönliche Daten eingegeben oder einen Vertrag abgeschlossen zu haben.

In solchen Fällen empfehlen Verbraucherzentralen:

  • keine vorschnelle Zahlung,
  • der Forderung schriftlich widersprechen,
  • sämtliche E-Mails und Schreiben sichern,
  • erst auf gerichtliche Schreiben reagieren.

Inkassodrohungen allein bedeuten nicht, dass eine Forderung rechtlich besteht.

  • Wer sich tatsächlich angemeldet hat, muss prüfen

Anders sieht die Lage aus, wenn Verbraucher die Webseite wirklich besucht, ihre Daten eingegeben und den kostenpflichtigen Bestellvorgang abgeschlossen haben.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Nach den vorliegenden Informationen erfüllen einige dieser Webseiten die formalen Anforderungen der Button-Lösung. Wurde ein kostenpflichtiger Vertrag bewusst abgeschlossen, besteht grundsätzlich eine Zahlungspflicht. Ob im Einzelfall dennoch ein Widerrufsrecht oder andere Einwendungen bestehen, hängt von den konkreten Umständen ab.

Gerade deshalb sollten Betroffene zunächst prüfen, ob sie den Dienst möglicherweise selbst genutzt oder eine Registrierung vorgenommen haben.

Warum viele Betroffene verunsichert sind

Die Schreiben erzeugen erheblichen Druck. Häufig werden:

  • Inkasso angekündigt,
  • zusätzliche Gebühren verlangt,
  • kurze Zahlungsfristen gesetzt,
  • negative Bonitätseinträge angedeutet.

Gerade wenn ältere Adressen, frühere Namen oder veraltete Daten verwendet werden, entsteht leicht der Eindruck, ein Vertrag müsse tatsächlich existieren. Solche Angaben beweisen jedoch für sich genommen keinen Vertragsabschluss.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Wer sicher ist, keinen Vertrag abgeschlossen zu haben, sollte:

  • die Forderung schriftlich zurückweisen,
  • Ruhe bewahren und keine Zahlung aus Angst leisten,
  • alle Unterlagen aufbewahren,
  • sich bei Unsicherheit an eine Verbraucherzentrale wenden.

Wer dagegen wirklich einen kostenpflichtigen Bestellvorgang durchgeführt hat, sollte die Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen und gegebenenfalls rechtliche Beratung in Anspruch nehmen.

Bewertung: Die derzeit kursierenden Rechnungen sorgen berechtigterweise für Verunsicherung. Entscheidend ist jedoch der Einzelfall: Eine Rechnung oder Mahnung allein begründet keinen Vertrag – ein bewusst abgeschlossener Vertrag kann dagegen durchaus wirksam sein.

FAQ: Margot Brands Limited und Online-Abos

Muss ich eine Rechnung von Margot Brands Limited automatisch bezahlen?

Nein. Nur wenn tatsächlich ein wirksamer Vertrag geschlossen wurde, kann eine Zahlungspflicht bestehen. Eine Rechnung allein genügt dafür nicht.

Ist Margot Brands Limited eine erfundene Firma?

Nein. Nach den veröffentlichten Unternehmensdaten handelt es sich um eine registrierte Gesellschaft mit Sitz in Hongkong. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jede einzelne Forderung berechtigt ist.

Soll ich auf Inkassodrohungen sofort reagieren?

Nicht allein wegen einer Mahnung oder Inkassodrohung. Wer keinen Vertrag abgeschlossen hat, sollte die Forderung schriftlich zurückweisen und Unterlagen aufbewahren. Erst gerichtliche Schreiben erfordern zwingend eine Reaktion.

MEDIA

Leipzig Internet Zeitung (L-IZ)

15. Juli 2026

MEDIA

Watchlist Internet

24. Juni 2026

MEDIA

Verbraucherschutzforum Berlin

2. Juli 2026

OFFICIAL

Verbraucherzentrale Sachsen

15. Juli 2026

✓ Dieser Fall wurde geprüft

Der nächste Fake ist schon unterwegs.

Diesen hier hast du geprüft gesehen – die meisten Menschen sehen ihn ungeprüft. Bleib ihnen einen Schritt voraus.

Früher gewarnt werden →

Kostenlos · Jederzeit abbestellbar

📩 Mir ist auch etwas Verdächtiges begegnet – prüfen lassen

Hilde O in einer lebhaften Diskussion über Online-Sicherheit.

Hilde Ollig

Hilde Ollig ist Rechercheurin bei Mimikama, Österreichs
führender Faktencheck-Organisation. Sie ist spezialisiert
auf die Überprüfung von Behauptungen in sozialen Medien
und unterstützt das Redaktionsteam mit akribischer
Quellenarbeit bei der Aufklärung über Internetmissbrauch.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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