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Startseite»Politik»Riesige Marienstatue in Polen soll Pilger anziehen
Politik

Riesige Marienstatue in Polen soll Pilger anziehen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.08.2026 • 13:57 Uhr

Noch ist die gigantische Marienstatue im kleinen polnischen Dorf Konotopie nicht eingeweiht, schon machen Geschichten von Wundern die Runde. Mit dem 55 Meter hohen Monument bekommt Polen eine neue Pilgerstätte.

Kilometerweit ist die Marienstatue zu sehen: Mitten in den Feldern der Woidwodschaft Kujawien-Pommern, wo sonst nicht viel los ist, im kleinen polnischen Dorf Konotopie, ragt das Bauwerk 55 Meter in die Höhe. Zum Vergleich: Die berühmte Christus-Statue von Rio de Janeiro bringt es auf insgesamt 38 Meter.

Am Samstag, dem katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt, sollen sich zur Einweihung und Segnung Tausende Gläubige versammeln. Das Dorf mit seinen 130 Einwohnern fiebert dem regelrecht entgegen. Schon jetzt würden viele Touristen in den kleinen Ort kommen, erzählt der Bürgermeister. Denn die Statue ist gut sichtbar von der nahegelegenen Fernstraße von Warschau nach Bydgoszcz.

Gläubige berichten von Wundern

Schon vor der Einweihung machen Geschichten von Wundern die Runde: Kopfschmerzen verschwanden, Rückenleiden auch, so berichtet es die Kollegin der Lokalzeitung der ARD: „Die Leute erzählen, dass sie hier eine besondere Aura spüren. Das wird sich vielleicht noch verstärken, nach der Weihe.“

Finanziert hat die Marienstatue der polnische Multimillionär Roman Karkosik. Nach Angaben örtlicher Medien investierte er umgerechnet rund 23,1 Millionen Euro in das Projekt. Karkosik lebt in der Nachbargemeinde Kikol, in einem restaurierten Palast aus dem 18. Jahrhundert. Der 75-Jährige hat es in der Autozuliefererbranche zu einem Vermögen gebracht und zählt zu den bekanntesten polnischen Börseninvestoren.

Vereinzelt Kritik am Monument

Die Marienverehrung ist seit Jahrhunderten eng mit der religiösen und nationalen Identität Polens verbunden, allerdings hat die Bindung zur katholischen Kirche über die vergangenen Jahrzehnte messbar nachgelassen. Es ist auch Kritik an dem Monument zu hören. Ein Ehepaar aus der Nachbarschaft etwa sagte, das Geld hätte besser in ein Krankenhaus oder ein Waisenhaus investiert werden sollen.

In Polen sind in jüngerer Zeit bereits zahlreiche neue religiöse Denkmäler gebaut worden: vor allem die vielen Statuen und Denkmäler für den 2005 verstorbenen polnischen Papst Johannes Paul II. und die 2010 errichtete Christus-König-Statue im westpolnischen Swiebodzin.

Ein neues „Must See“ auf der Liste der Pilgerfahrten

„Es gibt in Polen eine gewisse Strömung zur Errichtung großer Sakralbauten“, sagt der Publizist und Kirchenexperte Marcin Kedzierski, „aber ich wäre vorsichtig damit, Schlüsse auf die polnische Religiosität zu ziehen.“ Vielmehr handele es sich in erster Linie um den Geschmack einzelner Menschen. „Die Motivation ist nicht viel anders als die der Bischöfe, die im Mittelalter hohe Kirchenbauten wie den Kölner Dom oder das Ulmer Münster errichten ließen.“

Auf der Liste der Pilgerfahrten in Polen werde die Marienstatue bald ein „Must See“ sein, ist sich der Kirchenexperte sicher. Die Presse feiert den skurrilen Sakralbau von Konotopie als „größte Marienstatue Europas“, und in Konotopie selbst hoffen sie auf noch mehr Wunder.

Mit Informationen von Ina Ruck, ARD Warschau

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