Riesiger Ärger bei Eishockey-WMDeutscher Goalie tobt über umstrittenen Ausgleichstreffer der USA
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schrammt gegen die USA knapp am ersten Sieg bei der WM 2026 vorbei. Nach dem Penalty-Drama sprechen alle über die Situation vor dem späten Ausgleichstreffer. Der deutsche Goalie ist verzweifelt.
Philipp Grubauer war stinksauer. Der deutsche Eishockey-Nationaltorwart hatte seinen Fanghandschuh auf den Puck gelegt, doch die Schiedsrichter pfiffen nicht ab. Stattdessen stocherte Declan Carlile die Scheibe heraus, und Tommy Novak erzielte den 3:3-Ausgleich für die USA. Der NHL-Goalie beschwerte sich lautstark bei den Schiedsrichtern, doch es half nichts. Der Treffer zählte, das Spiel ging in die Verlängerung, das deutsche Team verlor nach Penaltyschießen 3:4 und damit auch seine vierte WM-Partie.
Der Torhüter sprach hinterher von einer „klaren Fehlentscheidung“. „Ich war zweimal mit der Fanghand drauf. Ich weiß nicht, wie lange ich die Scheibe festhalten soll“, sagte Grubauer, „es ist bitter, dass so eine Situation uns das Spiel kostet. Es ist fragwürdig, dass sie das Tor haben zählen lassen.“ Zudem war der 34-Jährige überrascht, dass Bundestrainer Harold Kreis nicht den Videobeweis forderte: „Ich weiß nicht, warum wir nicht gechallenged haben.“
Verwirrung um Coach’s Challenge
Kreis begründete seinen Verzicht auf die „Coach’s Challenge“ mit einer Auskunft der Referees. „Der Schiedsrichter hat gesagt, für so eine Aktion gibt es keine Challenge“, erläuterte der Bundestrainer. In der Tat ist der Fall, dass ein Torhüter die Scheibe mit der Fanghand blockiert, sie aber vom Gegenspieler frei geschlagen wird, bevor der Unparteiische abpfeift, im Regelbuch und den Erläuterungen des Weltverbands IIHF nicht explizit aufgeführt.
Hinzu kommt, dass die Szene aus den verschiedenen TV-Kameraperspektiven nicht eindeutig zu erkennen war. Mit einer „Challenge“, die durch die Videobilder nicht zu belegen ist, hätte Kreis eine Strafzeit gegen sein Team riskiert. Das hätte fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit den Punktgewinn noch in Gefahr gebracht.
So verlor zwar die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) auch ihr viertes Spiel bei der WM in der Schweiz, wahrte mit dem ersten Punkt aber die Chance auf das Viertelfinale. Mit drei Siegen aus den letzten Vorrundenspielen am Freitag (16.20 Uhr) gegen Ungarn, am Samstag gegen Österreich und am Montag (beide 20.20 Uhr/alle ProSieben und MagentaTV) gegen Aufsteiger Großbritannien könnte sie die K.o.-Runde doch noch erreichen – bei etwas Schützenhilfe.
