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Russische Militärblogger spotten über Oreschnik-Angriff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kaum Schäden angerichtet?Russische Militärblogger spotten über Angriff mit Putins angeblicher Wunderwaffe

Aufnahme aus einem Video, das von der Oreschnik-Rakete abgesonderte Submunition zeigen soll. (Foto: X)

Die Region Kiew erlebt eine besonders schreckliche Nacht. Vier Menschen sterben durch den massenweisen Einsatz von Raketen und Drohnen, an Dutzenden Einschlagsorten gibt es große Zerstörungen. Auch die gefürchtete Oreschnik-Mittelstreckenrakete geht nieder – doch sie war möglicherweise eines der kleineren Probleme.

Russland hat beim nächtlichen Angriff auf die Region Kiew neben zahlreichen Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Kurzstreckenraketen auch eine ballistische Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und staatlichen Behörden ging sie in der 200.000-Einwohner-Stadt Bila Zerkwa nieder. Diese liegt knapp 80 Kilometer südlich vom Stadtzentrum der Hauptstadt entfernt.

Der dritte Einsatz der Oreschnik durch Russland hat erneut ein großes Medienecho ausgelöst. Zahlreiche westliche Politiker verurteilten den Angriff. Wie auch schon bei den vorherigen Attacken soll die extrem schnelle Mittelstreckenrakete allerdings mit leeren Sprengköpfen ausgestattet gewesen sein. Der Militärexperte Nico Lange schrieb auf X von „Testsprengköpfen“.

Auf Videos, die aus Bila Zerkwa stammen sollen, war zu sehen, wie wahrscheinlich sechs vom Mehrfachsprengkopf der Rakete abgesonderte Wiedereintrittskörper mit jeweils sechs Submunitionen niedergingen. Größere Explosionen gab es auf diesen Aufnahmen nicht.

Auch leer ist die Munition gefährlich und kann mit ihrer hohen Geschwindigkeit Schaden anrichten. Sowohl bei den vergangenen beiden Angriffen als auch dieses Mal hielten diese sich jedoch möglicherweise in Grenzen. Der Staatliche Dienst der Ukraine für Notfallsituationen berichtete von drei zerstörten Garagen in Bila Zerkwa und zeigte entsprechende Bilder. Einige Analysten und Medien vermuteten, dass der Einsatz der Oreschnik ein Industriegebiet oder ein Flugfeld zum Ziel gehabt habe, das auch militärisch genutzt werde. Angaben von ukrainischen Behörden gibt es dazu nicht.

Notfalldienst
Zerstörte Garagen in der Stadt Bila Zerwka. (Foto: Staatlicher Notfalldienst der Ukraine)

Ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorow schrieb auf X: „Diese ballistische Mittelstreckenrakete kann in nicht-nuklearer Ausführung keine sehr schweren Zerstörungen anrichten, da ihre Gefechtsköpfe nicht für Bodenangriffe gedacht sind. Sie sind für die Zündung von Nuklearmunition in der Luft über dem Boden konzipiert.“ Der Angriff sei zur Einschüchterung gedacht. Ähnliches war auch schon bei den beiden Attacken zuvor zu hören.

„Extrem teures Metall“

Einige russische Blogger spotteten regelrecht über den Einsatz der Oreschnik. Auf einem Kanal des inhaftierten Ultranationalisten Igor Girkin hieß es: „Wieder nur leere Blindgänger, die außer einem ’na ja, coolen Spezialeffekt‘ im Grunde nichts bringen. Oder man soll sich über die entstandenen Krater freuen, die den Gegner für Starobilsk überhaupt nicht bestrafen werden.“ Im von Russland besetzten Starobilsk hatte die Ukraine laut russischer Darstellung kürzlich ein Studentenwohnheim attackiert und 18 Menschen getötet. Kiew sprach von einem Angriff auf ein militärisches Ziel.

Der bekannte Blogger Romanow schrieb über den Oreschnik-Einsatz auf Telegram: „Nicht einmal Explosionen gab es. Einfach nur extrem teures Metall sinnlos in den Boden geschossen. Für ein hübsches Bild, an das ohnehin niemand mehr glaubt.“ Von einem weiteren prorussischen Propagandisten, Alexey Zhiwow, hieß es zudem: „Worin bestehen der Kern und der Inhalt des dritten ‚Oreschnik‘-Schlags? Gibt es eine offizielle Person, die dies den Menschen in einfachen Worten auf Russisch erklären kann?“ Russische Militärblogger stehen dem Kreml in der Regel nahe und befürworten den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausdrücklich.

Die russische Seite verkauft die Oreschnik immer wieder als Wunderwaffe, die angeblich von keiner Flugabwehr eliminiert werden kann. Beweise dafür gibt es nicht, doch unter anderem durch die hohe Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometern pro Stunde könnte sich ein Abschuss als ziemlich schwierig darstellen.

Quelle: ntv.de, rog

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