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Startseite»Politik»Schwerarbeitspension: Wie funktioniert Österreichs Rente mit 60?
Politik

Schwerarbeitspension: Wie funktioniert Österreichs Rente mit 60?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.08.2026 • 12:23 Uhr

In Österreich können Arbeitnehmer, die besonders schwere Arbeit verrichten, mit 60 in Rente gehen: unter klaren Voraussetzungen und mit Abschlägen. Doch um die Finanzierbarkeit des Rentensystems wird auch in Österreich gestritten.

Clemens Verenkotte

Schon frühzeitig hat Österreich eine Regelung gefunden, um Arbeitnehmern nach 45 Jahren den Eintritt in den Ruhestand mit 60 Jahren zu ermöglichen. Eine Voraussetzung: In mindestens zehn der 20 letzten Arbeitsjahre muss schwere körperliche oder psychische Arbeit geleistet worden sein.

Allerdings mit Abschlägen: Wer dann mit 60 Jahren eine Schwerarbeitspension erhält, muss bis zum Erreichen des aktuellen regulären Renteneintrittsalters von 65 Jahren für Männer und 61,5 Jahren für Frauen auf bis zu neun Prozent der endgültigen Rentenzahlung verzichten.

Erst seit 2024 können Frauen die Schwerarbeitspension mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres beziehen. Denn bis 2023 lag das reguläre gesetzliche Renteneintrittsalter für Frauen ohnehin bei 60 Jahren. Derzeit wird diese Altersgrenze für Frauen schrittweise erhöht. 2033 sollen auch Frauen erst mit 65 Jahren in den regulären Ruhestand gehen können.

Wer leistet Schwerarbeit?

Was als Schwerarbeit anerkannt wird, prüft die österreichische Pensionsversicherung, vergleichbar mit der deutschen Rentenversicherung.

Die Kriterien: Wer im Nachtdienst an mindestens sechs Arbeitstagen pro Monat tätig ist, regelmäßig unter extremen Hitze- und Kältebedingungen arbeitet oder schwere körperliche Arbeit verrichtet, leistet Schwerarbeit. Seit diesem Jahr können auch Bedienstete in Pflegeberufen frühzeitig eine Schwerarbeitspension beziehen.

„Einführung nachvollziehbar“, aber mit „Fehler“

Die Intention bei der Einführung der Schwerarbeitspension 2007 sei nachvollziehbar gewesen, sagt Carmen Treml, Analystin beim arbeitgebernahen Thinktank Agenda Austria. Doch seitdem sei nichts mehr verändert worden

„Es ist aber damals bei der Einführung schon der Fehler gemacht worden, dass man sich keine Gedanken gemacht hat, wie könnte man das anders gestalten“, so Treml: Indem Arbeiter und Arbeiterinnen umgeschult würden und statt etwa am Gerüst zu arbeiten dann einer Bürotätigkeit nachgehen könnten.

Gegenwärtig sind es 30.000 Pensionisten, wie Rentner in Österreich genannt werden, die eine Schwerarbeitspension beziehen. Pro Jahr kommen 5.000 bis 6.000 Arbeitnehmer hinzu, die mit 60 Jahren die Schwerarbeitspension beziehen. Das gehe in die falsche Richtung, sagt Treml: „In Anbetracht dessen, dass das Pensionseintrittsalter generell steigen muss, ist 60 Jahre einfach zu früh.“

Debatte über Finanzierbarkeit

In Österreich ist in diesen Tagen erneut eine Debatte über die langfristige Finanzierbarkeit der Pensionen in Gang gekommen. Angestoßen hat sie der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle von der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP).

Der 63-Jährige spricht sich für einen deutlich späteren Renteneintritt aus. „Erst ab 65 Jahren, aber es müssen mindestens 45 Jahre auch an Arbeitszeit nachgewiesen werden – 45 Jahre, in denen in das System einbezahlt worden ist“, fordert Mattle. Wer diese Bedingungen nicht erfülle, müsse länger als bis 65 arbeiten. Für Eltern würde der Tiroler Regierungschef Betreuungsjahre als Arbeitszeit anrechnen.

Doch derzeit kommen in Österreich nur knapp die Hälfte der Männer und nicht einmal 20 Prozent der Frauen auf 45 Beitragsjahre.

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