Sensation verhindert?
Trinkpause spielt geschocktem DFB-Team in die Karten
14.06.2026 | 22:15 Uhr
Hat eine Neuerung bei dieser WM den Lauf der Geschichte beeinflusst? Nach dem Kantersieg des DFB gegen Curaçao legen Äußerungen einiger Akteure beider Mannschaften diesen Verdacht nahe.
Die Trinkpause in der Arena in Houston habe möglicherweise eine der größten Sensationen der WM-Geschichte verhindert, sagte Curaçaos Kapitän Leandro Bacuna halb im Scherz nach dem 1:7 (1:3) seiner Mannschaft gegen Deutschland.
Vollkommen überraschend erzielte die Karibikinsel in der 21. Minute nach dem frühen Treffer des Dortmunders Felix Nmecha ihren ersten Treffer ihrer bislang sehr kurzen WM-Geschichte. Livano Comenencia nutzte einen Fehler in der deutschen Abwehr und ließ den großen Außenseiter träumen. Die DFB-Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann war geschockt. Drohte nun nach den Niederlagen gegen Mexiko (2018) und Japan (2022) die nächste, dann wohl allergrößte Schmach der deutschen WM-Geschichte?
Nach dem Schock lässt es das DFB-Team krachen
Wenige Sekunden nach dem 1:1 aber krachte die von der FIFA zu dieser WM neu eingeführte Trinkpause mitten hinein in die gigantische Euphorie. Der marokkanische Schiedsrichter Jalal Jayed unterbrach das Spiel, die Akteure beider Teams sammelten sich vor ihren Bänken – und das Unheil für Curaçao nahm seinen Lauf.
DFB-Elf nimmt Anpassungen vor
„Vielleicht, vielleicht, vielleicht“, haderte der 34-jährige Bacuna nach dem Spiel, habe die Trinkpause dafür gesorgt, dass Curaçao das Momentum verlor. „Vor der Partie haben wir über die Unterbrechung gesprochen. Wir haben gesagt, dass wir dadurch vielleicht das Momentum der Deutschen nach einem Tor durchbrechen können. Jetzt haben wir nun mal das Tor gemacht – und es hat uns getroffen.“
Der Kapitän Curaçaos, der sich trotz der krachenden Niederlage über den historischen Treffer freute, sagte weiter: „Du kannst es halt nicht planen. Du kannst es halt nie wissen.“ Der deutschen Nationalmannschaft nützte die Unterbrechung in der Tat.
Mit feinem Heber! Havertz setzt das i-Tüpfelchen

„Wir haben besprochen, wie wir besser gegen den Ball arbeiten, besser zustellen und pressen können“, sagte Doppeltorschütze Kai Havertz, und der überragende Nathaniel Brown erklärte: „Wir haben defensiv Anpassungen gemacht, weil das erste Tor ein bisschen unglücklich war. Das hat gut geklappt. Die Trinkpause war deswegen sehr wichtig.“
Was genau Nagelsmann veränderte, verriet der Bundestrainer auf der Pressekonferenz. „Curaçao hat mit Raute gespielt. Wir haben ein bisschen gebraucht, um uns da anzupassen. Die Trinkpause kam genau richtig“, sagte er. „Wir haben das noch einmal auf der Tafel gezeigt. Wir haben ihnen auch noch Mut zugesprochen, dass man im Fußball den Ausgleich kassieren kann – und dass es dann weitergeht.“
Verwendete Quellen: ntv.de, lwi/ses/sue
