Spektakel nach Katastrophenstart
Er kann’s ja doch: Florian Wirtz rettet Liverpools magische Nacht
Der FC Liverpool legt einen krachenden Fehlstart im Champions-League-Spiel gegen den FC Villarreal hin. Doch erlebt die Anfield-Road eine magische Nacht. Mittendrin: der dauerkritisierte Florian Wirtz.
Im Fußball ist es manchmal wie in der Kindererziehung. Man muss nur deutlich werden, dann finden die Worte auch Gehör. Zugegeben: Bei Florian Wirtz waren – im Liverpool-Trikot – sehr viele Worte gesprochen worden. Noch vor dem Champions-League-Heimspiel gegen den FC Villarreal legte die Reds-Legende Jamie Carragher nach. Der ehemalige Innenverteidiger gehört zu den Dauerkritikern des deutschen Nationalspielers. forderte zuletzt sogar, dass es vorbei sein müsse, mit den ewigen Chancen zur Bewährung für Wirtz. Er wundere sich, dass der DFB-Star fast nie zum Abschluss kommt, keine Tore erzielt. Von einem Zehner, sagte er, fordere er mindestens zehn bis 15 Tore.
„Florian Wirtz schießt nie ein Tor“
Seit diesem Dienstagabend steht Wirtz nun bei einem Treffer. Der Anfang ist gemacht. Und es war ein durchaus großer. Wirtz sicherte der legendären Anfield Road eine weitere magische Nacht ab. Es war fürchterlich losgegangen. Nach vier Minuten lagen die Engländer hinten. Abwehr-Gigant Virgil van Dijk hatte sich per Kopf einen ordentlichen Bock geleistet und somit den Rückstand möglich gemacht. Georges Mikautadze nahm das Geschenk für seine Mannschaft gerne mit. Nach einer knappen halben Stunde wurde Liverpool erneut bloßgestellt. Sergi Cardona nutzte das aus – 0:2.
Wirtz kommt und trifft sehenswert
Wirtz erlebte das sich anbahnende Debakel von der Bank aus. Offiziell hieß es, er wurde geschont. Es sind weiter keine leichten Zeiten für den kleinen Spielgestalter. Schritte aus der Krise werden immer wieder von Spielen flankiert, die die kritikhungrige Expertenschaft auf der Insel zu Schmähreden ausholen lassen. Immer wieder wird die Mega-Ablöse als Maßstab für die Leistungen herangezogen. Sein Trainer sah sich zuletzt sogar gezwungen, ein Plädoyer für ihn zu halten:
Zur 46. Minute kam Wirtz. Liverpool hatte bereits ausgeglichen. Im Wutrausch hatten sie die ihr seltsam passives Spiel über Bord geworfen und waren wie eine Horde Stiere angerannt. Alexis Mac Allister (36.) und Ronald Araujo (4.+2) hatten getroffen. Anfield hatte sich erhoben und tobte. Große Spiele, große Comebacks, das können sie hier. Das lieben sie. Und nach 68 Minuten eskalierten sie kollektiv. Wieder Mac Allister und Wirtz hatten per Doppelschlag (65./68.) die Dinge vorerst erledigt. Der deutsche Spielmacher hatte viel Platz im Strafraum, drehte auf und schloss clever ab. Was für eine Erlösung. die er mit ausladender Jubelgeste den Fans entgegenschleuderte.
Doch es blieb wild. Villarreal verkürzte in der 87. Minute durch Tani Oluwaseyi auf 3:4. Eine weitere Gelegenheit zum Ausgleich erarbeiteten sich die Spanier dann aber nicht mehr. Liverpool feierte und Wirtz bekam große Worte zu hören: „Das ist so viel besser. Wieder eine positive Entwicklung, und er nimmt den Ball mit einer kleinen Bewegung mit – mit dem rechten Fuß auf den linken – und schiebt ihn einfach am Torwart vorbei. Ein toller Schuss, aber insgesamt eine deutlich bessere Leistung von Liverpool“, befand Englands Kultstürmer Alan Shearer bei Amazon Prime.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno
