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Stärkster Anstieg seit 2000: Aufrüstung treibt staatliche Investitionen in die Höhe

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stärkster Anstieg seit 2000Aufrüstung treibt staatliche Investitionen in die Höhe

Der Bund investiert insbesondere in militärische Waffensysteme und sonstige Beschaffungen für die Bundeswehr. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Mit einem Sondervermögen will die Regierung Deutschland krisensicher machen. Besonders viel Geld steckt der Bund dabei in die Verteidigung des Landes. Investitionen in andere Bereiche fallen im Vergleich deutlich schwächer aus.

Die staatlichen Investitionen sind in Deutschland 2025 wegen höherer Rüstungsausgaben so stark gestiegen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Die Bruttoinvestitionen betrugen 147,5 Milliarden Euro. Das waren 12,3 Prozent oder 16,2 Milliarden Euro mehr als 2024, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Einen stärkeren Anstieg gab es zuletzt 1999 mit 1,40 Prozent aufgrund statistischer Effekte im Zusammenhang mit der Bahnreform und der Ausgründung von Töchtern der Deutschen Bahn. „Grund für den deutlichen Anstieg 2025 war die starke Zunahme der staatlichen Ausrüstungsinvestitionen, zu denen auch Rüstungsgüter zählen“, hieß es. Wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine hat die Regierung ein Sondervermögen aufgelegt, um die Aufrüstung zu finanzieren.

Die zusätzlichen Kreditmöglichkeiten für Verteidigung und Investitionen durch Sondervermögen zeigten Wirkung, sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. „Die Modernisierung des Landes kommt voran.“ Die Bundesregierung müsse nun darauf achten, dass tatsächlich die Mittel aus den Sondervermögen auch vollständig in neue Investitionen fließen.

Bereits in den Jahren zuvor hatten die Bruttoinvestitionen in jeweiligen Preisen (nominal) deutlich zugenommen: 2024 waren sie um 9,3 Prozent gestiegen, 2023 um 4,2 Prozent und 2022 um 9,0 Prozent. Zu Beginn dieses Jahres schwächte sich die Entwicklung etwas ab: Die Investitionen kletterten im ersten Quartal um 3,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Auch der Anteil an den Staatsausgaben stieg. Im vergangenen Jahr machte er 6,5 Prozent aus, 2024 waren es 6,1 Prozent und 2023 rund 5,9 Prozent. „Die Bruttoinvestitionen des Staates stiegen somit in den letzten beiden Jahren stärker an als die Staatsausgaben insgesamt“, betonten die Statistiker. Im ersten Quartal 2026 lag der Anteil bei 5,0 Prozent.

Mehrausgaben für Militär

2025 legten die staatlichen Aufrüstungsinvestitionen mit 47,7 Prozent besonders stark zu. „Das ist auch auf Mehrausgaben für militärische Waffensysteme und sonstige Beschaffungen der Bundeswehr zurückzuführen“, so das Bundesamt. Zum Vergleich: 2024 hatten die Ausrüstungsinvestitionen nur um 7,6 Prozent zugenommen. Dagegen fielen die staatlichen Bauinvestitionen mit plus 2,0 Prozent deutlich schwächer aus als in den Vorjahren. „Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass die Baupreise in den Jahren von 2022 bis 2024 ebenfalls kräftig gestiegen waren“, hieß es.

Die staatlichen Investitionen in sonstige Anlagen – vor allem in Forschung und Entwicklung sowie Software – nahmen im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent zu. „Der Bundeshaushalt für 2025 wurde erst im September des Jahres verabschiedet und Bauprojekte brauchen einen gewissen Planungsvorlauf“, erklärte Dullien den vergleichsweise geringen Zuwachs.

Auf den Staat entfielen im Vorjahr knapp ein Sechstel (16,3 Prozent) der gesamten Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland von 907,8 Milliarden Euro. Der Anteil der Bruttoinvestitionen des Staates am Bruttoinlandsprodukt betrug 2025 insgesamt 3,3 Prozent. Damit lag Deutschland im europäischen Vergleich unter dem EU-Durchschnitt von 3,9 Prozent. In den Niederlanden (3,5 Prozent), Italien (3,8 Prozent), Österreich (3,9 Prozent), Frankreich (4,5 Prozent) und Polen (5,4 Prozent) lag die Quote höher als in Deutschland.

Quelle: ntv.de, nbr/rts

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