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Studie liefert klare Antwort: Sind Frauen tatsächlich das „schönere Geschlecht“?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 28, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Studie liefert klare AntwortSind Frauen tatsächlich das „schönere Geschlecht“?

Vor allem junge Frauen schneiden auf der Attraktivitätsskala deutlich besser ab als junge Männer. (Foto: IMAGO/imagebroker)

Was lange als kulturelles Klischee galt, ist nun in einer großen Studie untersucht worden: Ist das weibliche Geschlecht in seiner Attraktivität dem männlichen überlegen? Die Forschenden kommen dabei zu einem bemerkenswert eindeutigem Ergebnis.

Frauen sind offenbar nicht nur im Sprichwort das „schöne Geschlecht“. Eine große internationale Studie, die im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society Publishing“ veröffentlicht wurde, zeigt: Frauengesichter werden im Durchschnitt attraktiver bewertet als Männergesichter – und zwar kulturübergreifend, über verschiedene sexuelle Orientierungen hinweg und besonders deutlich sogar durch andere Frauen.

Das Forschungsteam um Eugen Wassiliwizky vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt wertete dafür nach eigenen Angaben die bislang größte Datensammlung zu Gesichtsattraktivität aus: mehr als 1,5 Millionen Bewertungen von rund 17.000 Gesichtern aus 52 Studien in 76 Ländern, abgegeben von gut 28.500 Menschen. Die Autoren sprechen in ihrer Studie von einer „Gender Attractiveness Gap“, also einer geschlechtsspezifischen Attraktivitätslücke.

Auffällig war dabei vor allem, wer die Urteile abgab: „Besonders interessant ist, dass Frauen andere Frauen deutlich attraktiver bewerten als Männer, während männliche Gesichter von beiden Geschlechtern ähnlich – und insgesamt relativ niedrig – bewertet werden“, wird Erstautor Wassiliwizky in der Mitteilung des Instituts zitiert. Übersetzt heißt das: Der Unterschied entsteht nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch innerhalb derselben Gruppe.

Präferenz für runde Gesichtsform

Die Forschenden fanden außerdem heraus, dass ein durchschnittliches Frauengesicht attraktiver bewertet wurde als etwa 60 Prozent aller gezeigten Männergesichter. Der Effekt war im Westen demnach stärker ausgeprägt als in anderen Weltregionen, zeigte sich aber grundsätzlich überall. Auch zwischen heterosexuellen, homosexuellen, bisexuellen und lesbischen Befragten gab es zwar leichte Unterschiede, die Grundtendenz blieb jedoch bestehen. Nur bei einer Sonderfrage verschwand die Lücke: Wenn Menschen sich selbst bewerteten, unterschieden sich Männer und Frauen nicht.

Eine mögliche Erklärung sehen die Autoren in der Gesichtsform. Männer haben im Mittel eher kantigere, rechteckigere Gesichter, Frauen eher rundere. Die Analysen deuten darauf hin, dass rundere Gesichter von vielen Menschen als attraktiver empfunden werden. Ganz auf diese Formunterschiede reduzieren lasse sich die Attraktivitätslücke aber nicht, so die Forschenden. „Die Lücke ist kein Artefakt oder statistischer Zufall, sondern ein robustes und breit beobachtbares Phänomen“, sagt Wassiliwizky. „Sie lässt sich zum Teil durch Unterschiede in der Gesichtsstruktur erklären, geht in Summe aber darüber hinaus.“ So könnten womöglich biologische Präferenzen oder kulturelle Einflüsse eine Rolle spielen.

Effekt nimmt mit dem Alter ab

Spannend ist auch, wie stark sich der Effekt mit dem Alter verändert. Laut Studie nimmt die Attraktivitätslücke ab dem Alter von 18 Jahren kontinuierlich ab und ist um das 80. Lebensjahr herum fast verschwunden. Die Autorinnen und Autoren erklären das so: Je älter die Gesichter würden, desto weniger sehe man einen Unterschied zwischen der wahrgenommenen Attraktivität von Männern und Frauen. Männliche und weibliche Gesichter würden sich mit dem Alter strukturell ähnlicher – das könne der Grund sein, warum die Lücke mit den Jahren schmilzt.

Damit greift die Studie eine sehr alte Beobachtung auf, die schon Charles Darwin beschäftigte. In der Tierwelt sind es oft die Männchen mit Mähne, Farbenpracht oder imposantem Gefieder, die auffallen. Beim Menschen scheint es eher umgekehrt zu sein. Die Autoren betonen allerdings, dass ihre Daten nicht belegen, warum das so ist. Ob Evolution, kulturelle Prägung, Schönheitsnormen oder ein Zusammenspiel aus allem dahinterstecken, bleibt offen. Die Studie zeigt vor allem eines: Der Effekt ist real, groß und weltweit nachweisbar.

Quelle: ntv.de, hny

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