Todesursache weiterhin unklarSchädel von jahrzehntelang vermisster 14-Jähriger wurde als Aschenbecher benutzt
Vor 54 Jahren verschwindet die damals 14-jährige Marilyn Wallman auf ihrem Schulweg. Ihre Brüder finden nur noch Fahrrad und Tasche. Jahre später taucht der Schädel des Mädchens auf – als Aschenbecher in einer Kneipe!
Der Cold Case um das seit dem 21. März 1972 vermisste Mädchen sorgt auch heute noch für Entsetzen. Marilyn Wallman befand sich alleine mit ihrem Fahrrad auf dem Weg in die Schule im australischen Mackay, dann verschwand sie plötzlich. Zwei Jahre später entdeckte Greven Breadsell den oberen Teil eines Schädels auf einer Wiese nahe einer Müllkippe – rund 40 Kilometer entfernt. Doch der Mann ordnete das Leichenstück fälschlicherweise einem Aborigine zu und lagerte ihn wochenlang in seinem Schuppen, nur um ihn dann in einen Pub zu bringen. „Ich sage das nicht gerne, aber wir haben ihn eines Abends mit in die Kneipe genommen und als Aschenbecher benutzt“, erzählte er laut ABC News. Danach habe er ihn aber der Polizei übergeben. 2006 ordneten Behörden den Schädel der vermissten Wallman zu. Vom Rest ihres Körpers fehlt jede Spur, auch die Todesursache ist nicht geklärt.
Über die Nutzung als Aschenbecher spricht Breadsell bereits bei einer gerichtlichen Untersuchung 2015, die nun erstmals öffentlich in einem erneuten Todesermittlungsverfahren im Bundesstaat Queensland gezeigt wird. Mithilfe neuer Aussagen soll das Rätsel um das Mädchen endlich gelüftet werden.
Ihre Schulfreundin Trudy Voltz berichtet vor Gericht, die 14-Jährige sei am Tag vor ihrem Verschwinden ungewöhnlich still gewesen, habe verängstigt gewirkt und immer wieder zu einem Schultor herausgesehen. Als Voltz sie fragte, wen sie dort beobachte, habe Wallman möglicherweise „Onkel“ geantwortet. Die Zeugin erinnere sich nach all den Jahren nicht mehr genau.
Verdächtiger war mit Marilyns Cousine verheiratet
Weitere Hinweise könnte zudem eine Begegnung vier Tage vor Wallmans Verschwinden liefern. Vor ihrer Schule habe ein Mann das Kind angesprochen. „Als sie ihn sah, machte sie ein paar Schritte zurück“, erinnert sich Schulfreundin Voltz laut ABC News. Die Schülerin habe eine deutlich abwehrende Körperhaltung eingenommen. „Sie war überhaupt nicht glücklich, ihn zu sehen.“ Der Mann sei etwa 19 bis 20 Jahre alt gewesen, seine Identität ist nicht bekannt.
Bei der gerichtlichen Untersuchung wird auch die Verbindung zwischen dem Schädelfinder Breadsell und Noel Morris beleuchtet. Morris gilt in dem Fall als Person von Interesse und war zum Zeitpunkt von Marilyns Verschwinden mit einer Cousine des Mädchens verheiratet. Nach Angaben des Gerichts habe ein Angehöriger von Morris vor Jahren alkoholisiert behauptet, ein Familienmitglied sei am Verschwinden von Wallman beteiligt. Zwischen Breadsell und Morris habe sich in den vergangenen zehn Jahren eine enge Freundschaft entwickelt. Ob diese Verbindung für die Ermittlungen eine Bedeutung hat, bleibt offen. Das Verfahren wurde am Freitag aufgrund neuer Hinweise bis zum 8. Dezember ausgesetzt.
