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Startseite»Politik»Tote bei russischen Angriffen – Ukraine attackiert Ölanlagen
Politik

Tote bei russischen Angriffen – Ukraine attackiert Ölanlagen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 4, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 04.07.2026 • 11:45 Uhr

In der Ukraine sind bei russischen Angriffen zehn Menschen getötet worden. Die Ukraine attackiert derweil erneut Ölanlagen in St. Petersburg. Und Russland meldet die angebliche Einnahme einer strategisch wichtigen Stadt – Kiew dementiert.

Bei einem russischen Angriff mit einer sogenannten Gleitbombe auf das Zentrum der nordukrainischen Stadt Sumy sind gestern Abend nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter, teilte der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien 27 Menschen verletzt worden. Die Bombe sei in einem belebten Viertel mit einem Hochhaus und Geschäften eingeschlagen.

Die an Russland grenzende Region Sumy steht unter fast ständigem Beschuss. Die Regierung in Moskau versucht dort seit Monaten, eine sogenannte Pufferzone zu errichten. In der Hauptstadt Kiew wurde unterdessen am Freitag ein Trauertag begangen, nachdem am Donnerstag bei dem bislang folgenschwersten russischen Angriff des Jahres auf die Metropole mindestens 30 Menschen getötet worden waren.

Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder der Zerstörung und forderte die Verbündeten der Ukraine auf, den Druck auf Russland zu erhöhen. Im Südosten der Ukraine starben bei mehr als 50 Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Bomben drei Menschen in der Region Dnipropetrowsk, darunter zwei in der Nähe von Nikopol. Die Stadt liegt am Fluss Dnipro, gegenüber dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. In der Stadt Saporischschja selbst kamen nach Angaben des dortigen Gouverneurs Iwan Fedorow bei weiteren Angriffen zwei Menschen ums Leben, 21 wurden verletzt.

Wieder ukrainische Angriffe auf Ölanlagen

Die Ukraine hat unterdessen erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Ein Ölterminal sei getroffen worden, teilte der Gouverneur der zweitgrößten russischen Stadt, Alexander Drosdenko, mit. Die „technischen Folgen“ des Angriffs auf das Erdölterminal im Bezirk Kirowski seien behoben worden, Opfer habe es nicht gegeben. Nach Angaben des Gouverneurs wurden 67 ukrainische Drohnen abgeschossen.

Präsident Selenskyj erklärte, bei dem Angriff sei die Ölinfrastruktur in Häfen getroffen worden, die Einnahmen für Russlands Krieg erzielten. Zudem habe es erfolgreiche Angriffe auf Kronstadt in St. Petersburg gegeben, so Selenskyj. Der Marinestützpunkt Kronstadt sei ein wichtiges militärisches Ziel.

Zudem scheint auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst getroffen worden zu sein, wie Videos in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen nahelegen. Von der Führung der Millionenstadt gibt es dazu bisher keine Angaben. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur Angriffe auf das Umland von St. Petersburg, aber nicht auf das Stadtgebiet.

Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte. Die Stadt liegt mehr als 1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt.

Kiew dementiert Einnahme strategisch wichtiger Stadt

Unterdessen teilte das russische Militär mit, es habe die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen. Von Seiten des ukrainischen Militärs wurde dies am Morgen dementiert. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern noch dichter an russischen Positionen werde noch gekämpft.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach russische Berichte über Einnahmen von Städten gegeben, die sich teilweise als falsch oder zumindest als verfrüht herausstellten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt erklärt, der russische Vormarsch im Osten habe sich seit Jahresbeginn deutlich verlangsamt.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin über die Einnahme der Stadt unterrichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau gestern Abend mit. Putin, der am gleichen Tag einen Kommandoposten besuchte, von dem aus der Einsatz der russischen Truppen in der Ukraine gesteuert wird, lobte die angeblich Einnahme der Stadt als wichtigen strategischen Erfolg.

Putin erklärte demnach weiter, die russischen Streitkräfte müssten als Reaktion auf die verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe etwa auf die russische Ölindustrie die sogenannten Sicherheitszonen ausweiten. Je mehr Angriffe die Ukraine auf zivile russische Einrichtungen versuche, desto größer müsse die Sicherheitszone im angrenzenden Gebiet werden, sagte der Präsident und bezog sich damit auf das Vorrücken Russlands in ukrainisches Staatsgebiet.

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