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DFB agiert unnötig offensiv: Was ist eigentlich, wenn der Plan mit Klopp scheitert?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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DFB agiert unnötig offensiv

Was ist eigentlich, wenn der Plan mit Klopp scheitert?

04.07.2026 | 11:49 Uhr

Jürgen Klopp wird der nächste Bundestrainer. Daran besteht offenbar kaum noch ein Zweifel. Aber ein paar Hindernisse sind noch auszuräumen. Sollte das nicht gelingen, hat der DFB ein Problem.

Der Deutsche Fußball-Bund und Jürgen Klopp haben quasi schon einen Hochzeitstermin vereinbart, ohne das die alte Ehe des „neuen“ Bundestrainers schon geschieden ist. In bemerkenswerter Offenheit haben sich der Verband mit seiner kriselnden Nationalmannschaft und der Schatten-Coach darauf verständigt, dass sie in Zukunft bereit sind, den Weg aus dem Abgrund des internationalen Fußballs gemeinsam zu bestreiten. Und offenbar gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung kaum Zweifel, dass diese Ehe nicht final geschlossen wird.

„Ich bin bereit“: Klopp bestätigt Bundestrainer-Gespräche

Alles dreht sich bereits darum, was sich ändern muss. In der Post-Julian-Nagelsmann-Ära. Sogar Klopp spricht schon darüber. Erst in seiner Rolle als Magenta-Experte, dann in seiner Rolle als Bundestrainer „in the making“. Doch es gibt tatsächlich noch Steine, die im Weg liegen. Klopps Vertrag mit seinem aktuellen Arbeitgeber Red Bull und die zahlreichen Werbeverträge, die der Ex-Coach von Borussia Dortmund des FC Liverpool unterhält. An letzteren wird es nicht scheitern. Und vermutlich auch nicht an Red Bull.

Auch wenn es zuletzt Berichte gab, dass der Konzern mit der Rolle von Klopp nicht zufrieden ist, was beide Seiten vehement dementierten, so ist nicht davon auszugehen, dass das Milliarden-Imperium aus Österreich seinen Head of Global Soccer aus Mitleid mit dem gebrochenen Giganten aus Deutschland verschenkt. Eine Ablöse wird sicher fällig. Und nicht günstig für den DFB, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist und dem durch das zu frühe WM-Aus sehr viel Geld flöten geht. Und nicht nur das. Auch die Trennung von Nagelsmann und dessen Team kostet – angeblich rund 6,6 Millionen Euro.

„Es ist schwierig, Gesprächen vorzugreifen, aber wir haben auch schon Dinge angetextet und dementsprechend gehe ich da nicht von aus, sagte Klopp zu möglichen Trennungsproblemen. Und, clever, er nahm den Boss Oliver Mintzlaff moralisch in die Pflicht. Es geht um Fußball-Deutschland. Eine Lösung werde möglich sein, „weil ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball auch am Herzen liegt und er dementsprechend sehr offen ist für diese Gespräche. Aber geführt werden müssen sie ja trotzdem.“ Übrigens auch mit dem DFB: „Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil es natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“, kündigt Klopp an. Als Allein-Kandidat hat er alle Trümpfe in der Hand. Auch das könnte dem DFB noch auf die Füße fallen. Er hat sich ohne Not in eine schlechte Verhandlungsposition gebracht.

So wahrscheinlich es ist, dass Klopp Bundestrainer wird, so durchaus überraschend ist, wie offensiv der DFB mit der Personalie umgeht. Auch wenn der Name und die Aussicht auf seine Anstellung natürlich viele Fußball-Seelen in Deutschland beruhigt. Im Falle eines Scheiterns stünde der Verband nicht nur blöd da, sondern würde auch die Last der B-Lösung an den dann zu findenden Bundestrainer weitergeben. Das muss allerdings nicht schiefgehen. Wie sehr man als B-, C-, oder D-Lösung die Herzen erobern kann, hat Vincent Kompany beim FC Bayern bewiesen. Nachdem die Münchner auf der Suche nach einem Nachfolger von Thomas Tuchel von einer Peinlichkeit in die nächste gestolpert sind, fanden sie den perfekten Mann: Kompany ist nicht nur erfolgreich, sondern begeistert die Menschen auch außerhalb des Bayern-Kosmos.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno

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