Trinkwasser im Umland wird knappParis verhängt Alkoholverbot wegen Hitzewelle
Temperaturen von bis zu 41 Grad machen der französischen Hauptstadt zu schaffen. Die Behörden greifen daher zu einer drastischen Maßnahme und untersagen den Konsum von Wein, Bier und Co. im Freien. So sollen Kliniken entlastet werden.
Angesichts der extremen Hitzewelle hat die Pariser Polizeipräfektur vorübergehend ein weitreichendes Alkoholverbot in der französischen Hauptstadt erlassen. Von heute bis zum Sonntagmorgen ist der Verkauf von Alkohol verboten und der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum untersagt, wie die Präfektur mitteilte. Von dem Verbot ausgenommen sind allerdings Restaurants und Gaststätten.
Die Kliniken im Großraum Paris seien wegen der Hitzewelle bereits voll ausgelastet und ständig würden neue Patienten eingeliefert, begründete Polizeipräfekt Patrice Faure die Einschränkungen. Es gehe darum, Kliniken und Rettungsdienste von zusätzlichen alkoholbedingten Einsätzen zu entlasten. Für die Kliniken in Frankreich wurde bereits der höchste Krisenmodus ausgerufen.
Angesichts der Hitze von bis zu 41 Grad in der Hauptstadt rieten Ärzte ohnehin von jeglichem Alkoholkonsum ab, der die Gefahr eines Hitzschlages erhöhe, sagte der Polizeichef. Bereits während der Fête de la Musique am vergangenen Sonntag habe ein Alkoholverbot in Paris geholfen, Ausschreitungen und Notfälle stark einzudämmen.
Nach etlichen Tagen mit sehr hohen Temperaturen ist es in den Straßen der französischen Hauptstadt glutheiß. Auch nachts kühlt es in den Wohnungen inzwischen kaum noch ab. In mehreren Orten im Umland von Paris wird bereits das Trinkwasser knapp: Die Bewohner von neun Dörfern im Département Val d’Oise sollten vorerst mit Plastikflaschen versorgt werden, wie das Unternehmen Veolia am Donnerstag mitteilte. Betroffen sind demnach insgesamt etwa 8300 Menschen.
Der Wasserverbrauch war wegen der Hitzewelle in der Gegend um 30 Prozent gestiegen. Dies hatte zur Folge, dass das Wasserversorgungsnetz nicht mehr ausreichte. Während früherer Hitzeperioden war es in Frankreich bereits häufiger zu Wasserknappheit gekommen, allerdings eher im Süden des Landes und im Hochsommer.
