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Startseite»Nachrichten»Umweltbundesamt äußert sich: TikTok-Videos warnen vor Leitungswasser: Was ist dran?
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Umweltbundesamt äußert sich: TikTok-Videos warnen vor Leitungswasser: Was ist dran?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 7, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Umweltbundesamt äußert sichTikTok-Videos warnen vor Leitungswasser: Was ist dran?

Es stimmt nicht, dass Leitungswasser nicht mehr als Trinkwasser empfohlen wird.

Ist das Durstlöschen am Wasserhahn nicht mehr sicher? Videos auf TikTok behaupten im Stil einer journalistischen Meldung, die Regierung rate davon ab. Ein Faktencheck.

Auf TikTok kursieren Videos, die einem weimachen wollen, dass Leitungswasser seit Kurzem nicht mehr „uneingeschränkt zum Trinken“ empfohlen wird. Immer mal wieder würden sogar Gemeinden kurzzeitig davor warnen, Wasser aus der Leitung zu trinken, da es verunreinigt ist. Behörden hätten empfohlen, Leitungswasser vor dem Trinken zu filtern, heißt es in den Clips, die Regierung spreche von einer „Vorsichtsmaßnahme“. Doch was ist da dran?

Hendrik Paar ist beim Umweltbundesamt Leiter des Fachgebiets für Trinkwasserhygiene und schrieb dem Faktencheck-Team der Deutschen Presse-Agentur: „Das Umweltbundesamt hat keine derartige Empfehlung ausgesprochen.“ Dem Amt sei auch keine derartige Empfehlung durch Landesbehörden oder Ministerien der Bundesländer bekannt. „Die Regelungen der Trinkwasserverordnung gelten weiterhin.“

Bundesweite Empfehlung, nein – regional manchmal schon

Damit ist klar: Es gibt keine bundesweite Empfehlung, Leitungswasser vor dem Verzehr zu filtern. Es stimmt auch nicht, dass Leitungswasser nicht mehr als Trinkwasser empfohlen wird. Weder das Umweltbundesamt noch die Bundesregierung haben sich so geäußert.

Die Einhaltung der Anforderungen der Verordnung an Wasser für den menschlichen Gebrauch müsse jederzeit sichergestellt sein, schrieb Paar. Dazu seien „Überwachungspflichten durch den Betreiber von Wasserversorgungsanlagen sowie durch die örtlich zuständigen Gesundheitsämter“ festgelegt.

Was es aber durchaus geben kann: regionale Empfehlungen zum Umgang mit Trinkwasser. Etwa Abkochgebote nach Leitungsschäden oder -verunreinigungen. Oder – aktuell – Hinweise über Bevölkerungs-Warnapps im Saarland zu Chlorungsmaßnahmen in einzelnen Versorgungsbereichen. Hier heißt es dann – Beispiel Saarland – dass man das Trinkwasser verwenden kann, für Babymahlzeiten aber während der Maßnahmen auf abgepacktes Wasser umsteigen solle.

Die Realität sieht so aus: Die Qualität des Leitungswassers in Deutschland gilt als sehr gut. Gesetzliche Vorgaben dafür gibt es im EU-Recht und in der Trinkwasserverordnung. In der Verordnung heißt es in Paragraf 5 zum Beispiel, das Trinkwasser in Deutschland solle „rein und genusstauglich“ sein.

Rückstände „selbst bei täglichem Konsum unbedenklich“

In den kursierenden Videos heißt es, „Mikroverunreinigungen“ und „Medikamentenreste“ seien der Grund für die vermeintliche Warnung. Die Verbraucherzentrale gibt aber auch dazu auf ihrer Webseite Entwarnung:

„In einigen Trinkwässern können durch die breite Verteilung und massenhafte Nutzung von Medikamenten und Pestiziden geringste Spuren einzelner Schadstoffe im Wasser gemessen werden, die weit unterhalb der erlaubten Grenzwerte liegen und selbst bei täglichem Konsum unbedenklich sind.“

Im Januar wurden zusätzlich Grenzwerte für die Ewigkeitschemikalien PFAS aufgenommen.

Fachgebietsleiter Paar vom Umweltbundesamt zur dpa: „Derzeit gibt es keine Daten, die auf offensichtliche Gesundheitsbedenken im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber Mikroplastikpartikeln durch Trinkwasser hindeuten. Aufgrund des Rückhalts von Partikeln während einer Untergrundpassage sowie der etablierten Filtrationsprozesse im Zuge der Trinkwasseraufbereitung kann von einem sehr guten Rückhalt von Mikroplastik bei der Trinkwassergewinnung ausgegangen werden.“

Übrigens: Accounts, die die Falschmeldung verbreiten, haben Titel wie „deutsche.nachricht4“ oder „Deutsche Nachrichten“. Welche Medienunternehmen dahinterstehen, wird aber nicht ersichtlich.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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