„Unmögliche“ Reese-Pfiffe
Fuchsteufelswild: Wollitz staucht eigene Fans gehörig zusammen
05.09.2026 | 18:47 Uhr
„Was hat dieser Spieler als Mensch getan?“ Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz reagiert mächtig angefressen auf seine eigenen Fans. Der Grund: Schon wieder gibt es Pfiffe gegen Wolfsburgs Fabian Reese, den diese „verletzen“.
Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat Pfiffe der Energie-Fans gegen Wolfsburg-Profi Fabian Reese scharf kritisiert. „Was soll das? Ich finde das unmöglich. Warum muss unser Verein oder unsere Fans diesen Spieler auspfeifen? Der hat Energie Cottbus nichts getan, im Gegenteil. Der versucht jetzt für seinen Arbeitgeber das Beste“, sagte Wollitz nach dem 4:4 der Brandenburger beim VfL Wolfsburg. Aus dem Gästeblock hatte es Pfiffe gegen den Neu-Wolfsburger Reese gegeben.
„Auch wenn ich jetzt dadurch Probleme habe, die nehme ich gerne an, bleibe auch gerne zu Hause. Das gehört sich nicht“, sagte der 61-Jährige. Reese war im Sommer vom Wolfsburger Ligakonkurrenten Hertha BSC nach Niedersachsen gewechselt. Den Abgang und das Ziel nehmen einige Fans dem 28-Jährigen übel. Allerdings hatte die klamme Hertha aus finanziellen Gründen auch ein Interesse an dem Transfer.
Wollitz schießt gegen eigene Fans
Bei mehreren Spielen der Wölfe wurde der Offensivspieler zuletzt von den gegnerischen Fans ausgepfiffen. Im Pokal in Berlin gegen Altglienicke und beim KSC, der eine Fanfreundschaft mit Hertha pflegt. „Ich nehme diese Pfiffe mit, ich nehme die auch nach Hause mit“, sagte Reese. „Das verletzt mich.“
„Wenn sein Sohn dort stehen würde“
Wollitz ärgerte sich über den Umgang mit dem Spieler. „Was hat dieser Spieler als Mensch getan? Die Vereine haben sich geeinigt, um diesen Wechsel zu ermöglichen“, sagte der Trainer. „Ich hoffe, dass der Verein und er stark bleiben und die richtige Antwort auf dem Platz geben.“
VfL-Trainer Tobias Strobl bedankte sich für die Worte seines Kollegen. „Jeder Mensch soll sich mal hinterfragen, der pfeift, was ist, wenn er dort steht oder sein Sohn, sein Kind dort stehen würde“, sagte der 38-Jährige. „Jetzt reden wir nur über die Pfiffe. Und keiner kriegt mit, was es noch irgendwo anders gibt, wie man angeschrieben wird oder sonst irgendwas.“
Es ist nicht der erste Konflikt zwischen Reese und den Energie-Fans. Bei einem Testspiel im Sommer 2024 war der damalige Hertha-Profi durch ein Foul schwer verletzt und im Anschluss nach seinen Worten vom Cottbuser Anhang beschimpft worden. Energie entschuldigte sich für das Verhalten der Fans.
Verwendete Quellen: ntv.de, dbe/dpa
