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Startseite»Nachrichten»US-Bürger hisst Flagge gegen israelische Siedlergewalt
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US-Bürger hisst Flagge gegen israelische Siedlergewalt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Bewachen unser Land“US-Bürger hisst Flagge gegen israelische Siedlergewalt

Loui Ridi hisst die Flagge der USA auf seinem Haus in Kusra, Westjordanland. (Foto: AP Photo/Majdi Mohammed)

Er hisst die US-amerikanische Flagge um sich vor militanten israelischen Siedlern zu schützen. Der palästinensische US-Amerikaner Luai Abu Ridi reist ins Westjordanland um sein Eigentum nicht an Siedler zu verlieren. Seinem Vorbild folgen weitere Palästinenser im besetzten Westjordanland.

Ein palästinensisch-amerikanischer Hausbesitzer hat im besetzten Westjordanland eine riesige US-Flagge auf seinem Haus gehisst, um militante israelische Siedler abzuschrecken. Auf dem Grundstück von Luai Abu Ridi in dem Dorf Kusra kam es zu einer Konfrontation mit einem der israelischen Siedler. Ridi war erst am Montagabend aus den USA angereist, da er den Verlust seines Eigentums befürchtete. Seit mehr als einer Woche belagern israelische Siedler drei palästinensische Häuser in dem Ort, was bereits zu scharfer Kritik aus Washington geführt hat.

Als Ridi am Morgen durch seinen Garten ging, näherte sich ein Siedler von einem nahegelegenen Hügel. „Du bist gekommen, um Ärger zu machen, was?“, fragte der Siedler auf Hebräisch, während er offenbar ein Gesetzbuch des jüdischen Rechts in der Hand hielt und Ridi mit seinem Mobiltelefon filmte.

„Wir bewachen alle nur unser Land“

„Du bist ein terroristischer Siedler, weißt du das?“, entgegnete Ridi, der die Szene ebenfalls mit seinem Telefon aufnahm. Herbeigerufene israelische Soldaten forderten den Siedler schließlich auf, das Ridis Grundstück zu verlassen, da es sich um eine militärische Sperrzone handele.

„Ich gehe, wenn sie gehen. Hier sind viele Leute. Wir bewachen alle nur unser Land. Wenn sie ins Haus gehen, gehen wir“, sagte der Siedler zu den Soldaten, bevor er sich schließlich zurückzog. Ein Soldat wies Ridi an, ins Haus zu gehen: „Gehen Sie einfach rein. Die anderen gehen weg und Sie bleiben drinnen. Sprechen Sie nicht miteinander, okay? Ich regle das.“ Ridi forderte vergeblich die Festnahme des Mannes.

„Schreckt Siedler und israelische Armee ab“

Die Belagerung in Kusra ist Teil einer von Menschenrechtsgruppen beklagten Kampagne von Siedlern, um Palästinensern Land zu entreißen. Die Gewalt jüdischer Siedler im Westjordanland hat zuletzt zugenommen. Kritiker machen dafür zudem die rechtsgerichtete Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verantwortlich, die den Siedlungsbau massiv vorantreibt.

Nach US-Schätzungen leben Zehntausende US-Bürger im besetzten Westjordanland. Im nahegelegenen Dorf Turmus Ajja besitzen örtlichen Angaben zufolge rund 80 Prozent der Einwohner die US-Staatsbürgerschaft. Viele von ihnen hissen die US-Flagge als Schutz.

„Sie bietet ein Stück Sicherheit, eine Form des Schutzes. Sie schreckt nicht nur die Siedler ab, sondern auch die israelische Armee“, erklärte Jaser Alkam, ein Sprecher der dortigen palästinensisch-amerikanischen Gemeinschaft. Er fügte hinzu: „Hier wird ein amerikanischer Staatsbürger im Westjordanland von einer Armee angegriffen, die mit amerikanischen Steuergeldern finanziert wird, und es werden amerikanische Waffen verwendet, um palästinensische US-Bürger hier zu attackieren.“

„Müssen erst amerikanische Flagge entfernen“

Ridi erklärte zu seiner Motivation: „Ich habe mich entschieden, diese Flagge zu hissen. Wenn ich dieses Haus – Gott bewahre – nicht schützen kann und die Siedler hier eindringen, werden sie ihre Flagge hissen. Doch bevor sie ihre Flagge hissen, müssen sie die amerikanische Flagge entfernen. Das ist die Botschaft.“

Der neue US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, der eigentlich als starker Befürworter des israelischen Siedlungsbaus gilt, verurteilte die Belagerung von Ridis Haus ungewöhnlich scharf und bezeichnete die Verantwortlichen als „israelische Terroristen“. Regierungsvertretern in Washington und Israel zufolge drängt das Weiße Haus Netanjahu nun zu einer öffentlichen Verurteilung der Siedler-Aktionen. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs oder Netanjahus lag zunächst nicht vor.

Quelle: ntv.de, kaz/rts

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