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Betrugsmaschen

Verschenkt Elon Musk tatsächlich Geld für ein Krypto-Casino?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 23, 2026Keine Kommentare7 Minuten Lesezeit
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📖Woran erkennt man betrügerische Investment-Angebote? Antworten finden Sie im Leitfaden Investmentbetrug.

Aktuell kursiert in sozialen Medien ein Foto eines Bildschirms, auf dem ein angeblicher X-Post von Elon Musk zu sehen ist. Darin wird ein „eigenes Krypto-Casino“ beworben, über Bavomex.com sollen Nutzer angeblich 2.500 Dollar Bonus erhalten.

Abfotografierter Bildschirm mit angeblichem X-Post von Elon Musk: Über Bavomex.com sollen Nutzer mit dem Code „GIFT“ angeblich 2.500 Dollar erhalten.
Abfotografierter Bildschirm mit angeblichem X-Post von Elon Musk: Über Bavomex.com sollen Nutzer mit dem Code „GIFT“ angeblich 2.500 Dollar erhalten.

Dieser angebliche Musk-Post ist nicht als seriöse Bewerbung glaubwürdig, sondern zeigt typische Merkmale eines Betrugsversuchs. Die Masche arbeitet mit Promi-Imitation, Gratisgeld-Versprechen, Promo-Code und künstlichem Zeitdruck.

Der angebliche Musk-Post ist nicht belegt

Auf den ersten Blick wirkt das Bild für viele plausibel. Zu sehen sind Name, Profilbild, blaues Häkchen, Beitrittsdatum und eine Followerzahl in einer Größenordnung, die zum echten X-Profil von Elon Musk passen soll. Genau diese Elemente sollen Vertrauen erzeugen.

Ein belastbarer Nachweis, dass Elon Musk diesen Bavomex-Post tatsächlich veröffentlicht hat, liegt jedoch nicht vor. Auffällig ist außerdem der Inhalt: Ein sehr vermögender Prominenter soll ein Krypto-Casino bewerben, allen Registrierten pauschal 2.500 Dollar schenken und den Beitrag nach kurzer Zeit wieder löschen. Das ist kein normales Werbeverhalten eines seriösen Unternehmens oder Unternehmers, sondern ein klassischer Druckaufbau.

Die Formulierung „This post will be deleted one hour after publication“ soll Nutzer dazu bringen, nicht lange zu prüfen. Wer schnell handeln soll, soll oft gerade nicht genau hinsehen. Und wenn man auf das X-Profil von Elon Musk sieht, um dies zu überprüfen, ist der Beitrag nicht (mehr) da. Hier hilft die Formulierung im Bildschirmfoto aus: Der Post wird eine Stunde nach Veröffentlichung gelöscht. Hier wird also auch eine plausible Erklärung für das Nichtvorhandensein eines solchen Beitrags geliefert.

Ähnliche Bilder zeigen dasselbe Muster

Über eine Bilderrückwärtssuche finden sich ähnliche abfotografierte Bildschirmbilder. Dort werden wechselnde Domains genannt, etwa Loopwex, Hiorex, Kemowex, Kezopex oder Ponegex. Der Text bleibt weitgehend gleich: angebliches Krypto-Casino, 2.500 Dollar Bonus, Promo-Code, schnelle Löschung.

Auch andere bekannte Personen werden in solchen Bildern verwendet. Ein angeblicher Donald Trump-Post nennt DonaldSino[.com] und den Promo-Code „AMERICA“. Ein angeblicher MrBeast-Post verweist auf Husewin[.cc] und den Code „BIG“. Diese Beispiele zeigen: Es geht nicht um eine einzelne angebliche Aktion, sondern um eine wiederverwendete Betrugsvorlage.

Ähnliche Motive kursierten auch mit angeblichen Posts von Donald Trump und MrBeast. Die Namen wechseln, das Versprechen bleibt gleich: 2.500 Dollar Bonus für ein angebliches Krypto-Casino.
Ähnliche Motive kursierten auch mit angeblichen Posts von Donald Trump und MrBeast. Die Namen wechseln, das Versprechen bleibt gleich: 2.500 Dollar Bonus für ein angebliches Krypto-Casino.

Der Bonus ist der Köder

Beim Aufruf von Bavomex erscheint der versprochene Betrag offenbar tatsächlich als Guthaben oder Bonus. Das ist ein wichtiger Teil der Masche: Nutzer sollen sehen, dass die angeblichen 2.500 Dollar „da“ sind. Dadurch entsteht der Eindruck, die Aktion funktioniere wirklich.

Verschenkt Elon Musk tatsächlich Geld für ein Krypto-Casino?
Auf Bavomex wird der angebliche Bonus von 2.500 Dollar angezeigt. Solche eingeblendeten Guthaben sollen Vertrauen erzeugen und Nutzer zum Weitermachen bewegen.

Die Auszahlung ist dann aber nicht frei möglich. Stattdessen wird eine Verifizierung verlangt. Auf den vorliegenden Screens heißt es, die Auszahlung sei abgelehnt worden, weil die Verifizierung nicht bestanden wurde. Danach folgt der nächste Schritt: Zur „Kontoaktivierung“ soll eine Einzahlung von 60 Dollar oder mehr geleistet werden.

Verschenkt Elon Musk tatsächlich Geld für ein Krypto-Casino?
Die Auszahlung des angeblichen Bonus wird mit Verweis auf eine fehlgeschlagene Verifizierung blockiert. Dazu verlangt die Seite eine Einzahlung von mindestens 60 Dollar.

Das ist ein deutliches Warnsignal. Wenn ein angeblicher Gewinn nur ausgezahlt wird, nachdem Nutzer erst selbst Geld einzahlen, handelt es sich nicht um ein Geschenk. Es ist ein finanzieller Köder.

Bavomex zeigt deutliche Warnsignale

Bei der beispielhaft geprüften Seite Bavomex fallen mehrere Punkte auf. In den Rechtstexten werden unterschiedliche Betreiberfirmen genannt. In Nutzungsbedingungen, Datenschutz- und AML-Hinweisen tauchen nicht durchgehend dieselben Angaben auf. Eine seriöse Glücksspielplattform müsste eindeutig offenlegen, wer rechtlich verantwortlich ist.

Auch die Lizenzangaben wirken problematisch. Nach der vorliegenden Prüfung werden Bezüge zu Medium Rare N.V. hergestellt, einem Unternehmen, das öffentlich mit Stake.com verbunden ist. Solche Angaben sind kein belastbarer Vertrauensbeweis: Gerade bei unseriösen Casino-Seiten werden bekannte Namen, Lizenznummern oder Textbausteine häufig genutzt, um Seriosität vorzutäuschen.

Hinzu kommen sprachliche Auffälligkeiten, unklare Kontaktdaten und riskante Klauseln zu Auszahlungen und Nutzerdaten. Besonders kritisch ist, dass sensible Daten wie Ausweisdokumente, Standortdaten, IP-Adresse, Geräteinformationen oder KYC-Daten verarbeitet werden sollen. Wer solche Daten an eine unseriöse Plattform übermittelt, riskiert nicht nur Geldverlust, sondern auch Identitätsmissbrauch.

Die Warnung von Medium Rare passt dazu

Medium Rare N.V. warnt öffentlich vor Fake-Casinos, die sich fälschlich auf das Unternehmen berufen. In der Warnung heißt es, dass betrügerische Webseiten Designs, Texte oder Lizenzangaben kopieren, um als angeblich seriöse Casino-Angebote zu erscheinen. Als einzig legitimes Casino unter Medium Rare N.V. wird dort Stake.com genannt.

Auch wenn nicht jede aktuell kursierende Domain in einer Warnliste stehen muss, passt das beobachtete Muster: wechselnde Domains, angebliche Promi-Werbung, unrealistische Bonusversprechen, Verifizierungsdruck und blockierte Auszahlungen.

Für Nutzer ist deshalb nicht entscheidend, ob eine einzelne Domain bereits bekannt ist. Entscheidend ist das Gesamtbild. Und dieses Gesamtbild ist auffällig unseriös.

Das Bildschirmfoto erschwert die Prüfung

Dass die Motive als abfotografierte Bildschirme kursieren, ist wahrscheinlich kein Zufall. Ein Foto eines Monitors wirkt für viele Menschen spontaner als ein sauberer Screenshot. Es sieht aus, als habe jemand den angeblichen Post gerade live gesehen und schnell mit dem Handy festgehalten.

Gleichzeitig werden Details schlechter prüfbar. Schrift, Profilbild, Abstände, URL-Leiste und Zeitstempel verschwimmen. Kleine Fehler fallen weniger auf. Auch Rückwärtssuche und automatische Erkennung werden erschwert, weil jedes abfotografierte Bild durch Perspektive, Rauschen, Reflexionen und Moiré-Muster anders aussieht.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Der Fake muss nicht perfekt sein. Er muss nur glaubwürdig genug wirken, damit ein kleiner Teil der Nutzer klickt, sich registriert oder einzahlt.

Nutzer sollten nichts einzahlen

Wer auf solche Seiten gelangt, sollte keine Ausweisdokumente, Wallet-Daten, Telefonnummern, Zahlungsdaten oder Krypto-Einzahlungen übermitteln. Auch kleine Beträge zur angeblichen Verifizierung können der Einstieg in weitere Forderungen sein.

Wer bereits Daten eingegeben hat, sollte Passwörter ändern, betroffene Wallets und Konten prüfen und alle Schritte dokumentieren. Bei finanziellen Verlusten ist eine Anzeige sinnvoll. Wurden Ausweisdokumente hochgeladen, sollte zusätzlich möglicher Identitätsmissbrauch im Blick behalten werden.

Der wichtigste Prüfpunkt bleibt einfach: Seriöse Prominente verschenken nicht über wechselnde Krypto-Casino-Domains pauschal 2.500 Dollar an alle Registrierten.

FAQ zum Thema Elon Musk und Bavomex

Hat Elon Musk Bavomex wirklich beworben?

Dafür liegt kein belastbarer Nachweis vor. Der aktuell kursierende Bildschirmfoto-Post zeigt mehrere typische Merkmale eines Krypto-Casino-Scams.

Warum wirkt der Bavomex-Post so echt?

Das Bild nutzt vertraute Profilelemente wie Name, Profilbild, blaues Häkchen und hohe Followerzahlen. Das soll den Eindruck erwecken, der Post stamme tatsächlich vom echten X-Account.

Was zeigen die anderen Screen-Fotos?

Die weiteren Bilder zeigen ähnliche angebliche Promi-Posts mit wechselnden Domains und fast identischem Text. Sie sind gute Beispiele dafür, dass hier offenbar eine Vorlage mehrfach angepasst wurde.

Warum soll man für die Auszahlung erst einzahlen?

Das ist ein zentrales Warnsignal. Wenn ein angeblicher Bonus nur nach einer eigenen Einzahlung oder „Verifizierung“ ausgezahlt werden soll, besteht ein hohes Betrugsrisiko.

Ist ein abfotografierter Bildschirm ein Beweis?

Nein. Ein Bildschirmfoto kann manipulierte Inhalte sogar glaubwürdiger wirken lassen, weil Unschärfe und Perspektive Details verdecken. Ein solches Foto ersetzt keinen überprüfbaren Originalpost.

MEDIA

AffPapa

10. November 2025

MEDIA

OptimusK Blog

28. April 2026

Du hast diesen Fall jetzt geprüft gesehen.
Aber täglich fallen Tausende auf solche Maschen herein – oft Menschen, die du kennst.
Wir prüfen jeden Tag neue Fälle. Damit weniger Leute darauf reinfallen.

Was passiert, wenn solche Inhalte nicht erkannt werden?

💸BetrugMenschen verlieren Geld – oft ohne es sofort zu merken.

🧠ManipulationMeinungen werden gezielt verzerrt – auf Basis falscher Fakten.

📢MassenverbreitungMillionen sehen falsche Inhalte – und teilen sie weiter.

Seit über 15 Jahren. Unabhängig. Ehrenamtlich.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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