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Startseite»Politik»Vor 65 Jahren: Berlin erinnert an den Mauerbau
Politik

Vor 65 Jahren: Berlin erinnert an den Mauerbau

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.08.2026 • 07:26 Uhr

Am 13. August 1961 begann die DDR-Führung, die Berliner Mauer zu errichten. Bundestagspräsidentin Klöckner mahnt eine Erinnerungskultur an, Kulturstaatsminister Weimer warnt vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur.

Mit Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und einer Kunstinstallation am Brandenburger Tor wird in Berlin an den Mauerbau erinnert, der heute vor 65 Jahren begann. Zur zentralen Veranstaltung an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße wird auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erwartet.

„Gerade für junge Menschen, für die die DDR immer weiter in die Geschichte rückt, müssen wir diese Erinnerung wachhalten“, sagte die CDU-Politikerin bereits gestern. Die „Freiheitsideen“, die 1989 zum Fall der Berliner Mauer führten, seien „in Gefahr – nicht durch Stacheldraht, sondern durch Gleichgültigkeit und Desinteresse.“ Die Entscheidung für Freiheit und Demokratie müsse jede Generation neu treffen.

Klöckner rief dazu auf, die besonderen Erfahrungen der Ostdeutschen mit der deutschen Teilung und der darauf folgenden Vereinigung zu respektieren. „Für Ostdeutsche änderte sich mit der Einheit alles“, erklärte sie. „Manche Erfahrungen wirken bis heute nach. Wer sie verstehen will, muss bereit sein, zuzuhören.“

Warnung vor „positiven Zerrbildern der DDR“

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) warnt zum 65. Jahrestag des Mauerbaus vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden „in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reicht das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne“, sagte Weimer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle in Dessau.

Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, kritisierte, die DDR werde von manchen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt. „Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich“, sagte Zupke der Zeitung. Problematisch werde es jedoch, „wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten“. Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können.

Benennung von Straßen nach Widerstandskämpfern

Der auch für Gedenkstätten zuständige Weimer macht sich nach eigenen Worten „große Sorgen“ um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September gewählt wird. „Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor“, sagte Weimer. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei.

Als „aktive Form der Erinnerungsarbeit“ regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. „Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen“, sagte er.

Gedenkveranstaltung in Berlin

Die Grenzanlagen in Berlin wurden ab dem 13. August 1961 errichtet. Die DDR-Führung wollte so die Abwanderung von Menschen in den Westen verhindern. In den Folgejahren starben mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen.

Bei der Gedenkveranstaltung heute werden in der Kapelle der Versöhnung Auszüge aus den Biografien von Todesopfern der Mauer gelesen. Geplant ist auch eine Kranzniederlegung. Am Brandenburger Tor erinnert seit Dienstag eine 30 Meter lange und fast drei Meter hohe Installation an den Mauerbau und die Teilung.

Die 30 Meter lange Installation, die an die einstigen Grenzanlagen erinnert, erscheint durch das Material je nach Blickwinkel durchlässig oder undurchdringlich.

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