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Startseite»Nachrichten»Vor- und Nachteile für das Herz: So viel Kaffee am Tag ist offenbar gesund
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Vor- und Nachteile für das Herz: So viel Kaffee am Tag ist offenbar gesund

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Vor- und Nachteile für das HerzSo viel Kaffee am Tag ist offenbar gesund

Kaffee ist nicht gleich Kaffee: Je nach Bohne, Zubereitung und Größe kann der Koffeingehalt erheblich schwanken. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Kaffee ist beliebt. Doch ist er auch gesund? Tatsächlich kommt es auf die Menge an. Fachleuten zufolge kann Koffein sogar das Risiko für Schlaganfälle und Herzschwäche senken. Jedoch warnen die Experten ausdrücklich vor bestimmten koffeinhaltigen Produkten.

Kaffee gehört für Millionen Menschen selbstverständlich zum Alltag. Doch wie viel davon ist noch gut für das Herz? Ein Fachgremium der American Heart Association kommt nach Auswertung des aktuellen Forschungsstands zu einem beruhigenden Ergebnis: Bis zu 400 Milligramm Koffein am Tag sind für die meisten Erwachsenen unbedenklich. Ein maßvoller Konsum könnte sogar mit einem geringeren Risiko für mehrere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein.

Das wissenschaftliche Positionspapier ist im Fachjournal „Circulation“ erschienen. Darin bewerten die Fachleute die bisherige Forschung zu Kaffee, Koffein und Herzgesundheit – unter anderem zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall und Herzschwäche.

Als Obergrenze nennen die Expertinnen und Experten rund 400 Milligramm Koffein täglich. Das entspricht etwa drei bis fünf großen Kaffeebechern oder fünf bis acht kleineren Tassen. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Zahl der Tassen: Je nach Bohne, Zubereitung und Größe kann der Koffeingehalt erheblich schwanken. Ein großer, kräftig gebrühter Kaffee kann daher deutlich mehr Koffein enthalten als eine kleine Tasse Filterkaffee. 

Vorteile und Nachteile

Besonders positiv wirkte sich nach der ausgewerteten Forschung der Konsum von etwa zwei bis vier Tassen koffeinhaltigen Kaffees am Tag aus. In Beobachtungsstudien war diese Menge mit einem geringeren Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Herzschwäche verbunden. Auch Typ-2-Diabetes und einige Herzrhythmusstörungen traten bei regelmäßigen Kaffeetrinkern seltener auf. Mehr als vier Tassen täglich waren dagegen in manchen Untersuchungen mit einem höheren Risiko für Herzschwäche verbunden.

Ob Kaffee tatsächlich selbst für die beobachteten Vorteile verantwortlich ist, lässt sich bisher nicht sicher sagen. Viele Ergebnisse stammen aus Beobachtungsstudien, in denen Menschen zu ihren Gewohnheiten befragt und über Jahre begleitet werden. Dabei kann nie ganz ausgeschlossen werden, dass Kaffeetrinker sich auch in anderen Punkten unterscheiden – etwa bei Ernährung, Bewegung oder allgemeinem Gesundheitsverhalten. Außerdem enthält Kaffee neben Koffein zahlreiche weitere Stoffe, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken könnten.

Auch beim Herzrhythmus zeigt sich kein einheitliches Bild. Regelmäßiger Kaffeekonsum scheint das Risiko für Vorhofflimmern, eine häufige Herzrhythmusstörung, nicht zu erhöhen. Einige randomisierte Studien deuten sogar auf ein geringeres Risiko hin. Gleichzeitig kann Koffein zusätzliche Schläge aus den Herzkammern begünstigen, die viele Betroffene als Herzstolpern wahrnehmen.

Kurz nach dem Kaffeetrinken können außerdem Blutdruck, Herzfrequenz und Blutzucker vorübergehend steigen. Besonders Menschen mit hohem Blutdruck oder einer ausgeprägten Koffeinempfindlichkeit können darauf stärker reagieren. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, entwickelt allerdings häufig eine gewisse Gewöhnung. Wie schnell der Körper Koffein abbaut, hängt unter anderem von Genetik, Alter, Stoffwechsel und bisherigem Konsum ab.

Warnung vor Energydrinks

Nicht jede Koffeinquelle ist laut dem Expertengremium dabei gleich zu bewerten. Vor hoch konzentrierten Energydrinks und Energyshots warnen die Fachleute ausdrücklich: Sie können pro Flüssigkeitsmenge drei- bis viermal so viel Koffein enthalten wie gewöhnlicher Kaffee und das Risiko für hohen Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen erhöhen. Weitere Inhaltsstoffe solcher Produkte könnten die Wirkung zusätzlich verstärken.

Auch die Zubereitung spielt eine Rolle. Ungefilterter Kaffee – etwa aus der French Press, als türkischer Kaffee oder teilweise als Espresso – enthält den Stoff Cafestol, der das ungünstige LDL-Cholesterin erhöhen kann. Papierfilter halten einen großen Teil davon zurück. Zucker, Sirup, Sahne und andere kalorienreiche Zusätze können zudem die möglichen gesundheitlichen Vorteile ebenfalls schmälern.

Die Fachleute kommen somit zu dem Schluss: Eine allgemeingültige ideale Kaffeemenge gibt es nicht. Manche Menschen vertragen mehrere Tassen problemlos, andere reagieren bereits auf wenig Koffein mit Schlafstörungen, Unruhe oder Herzklopfen. „Was für einen Menschen eine vernünftige Menge ist, kann bei einem anderen unerwünschte Wirkungen auslösen“, erklärt der Kardiologe Gregory Marcus laut Mitteilung. Die neue Bewertung sei daher kein Aufruf, aus Gesundheitsgründen mit dem Kaffeetrinken zu beginnen oder den Konsum zu steigern. Für die meisten Erwachsenen dürfte maßvoll getrunkener, möglichst ungesüßter Kaffee jedoch eher unbedenklich als gefährlich sein.

Quelle: ntv.de, hny

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