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Startseite»Politik»Waldbrand in Belgien bringt Einsatzkräfte an ihre Grenzen
Politik

Waldbrand in Belgien bringt Einsatzkräfte an ihre Grenzen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 16, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 16.08.2026 • 20:55 Uhr

Der Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze breitet sich aus. Internationale Hilfe ist eingetroffen. Die Feuerwehr kämpft mit schwierigen Bedingungen. Auf deutscher Seite bangen die Menschen im Ort Monschau.

Feuerwehrleute aus Belgien kämpfen weiter gegen einen massiven Waldbrand in einem Naturschutzgebiet im Osten des Landes. Unweit der Grenze zu Deutschland, im Hohen Venn, haben die Flammen eine Fläche von rund 30 Quadratkilometern zerstört. Das entspricht etwa 4.000 Fußballfeldern. Riesige Rauchschwaden ziehen bis nach Nordrhein-Westfalen.

Rund 600 Bewohnerinnen und Bewohner in den nahegelegenen Gemeinden Waimes und Bütgenbach in der Provinz Lüttich mussten sich in Sicherheit bringen. Auch Touristen wurde von Behördenseite nahegelegt, die Gegend zu verlassen.

Deutsche Einsatzkräfte unterstützen bei Brandbekämpfung

Der Gouverneur von Lüttich, Hervé Jamar, teilte mit, mehr als 250 Einsatzkräfte seien entsandt worden. Die belgischen Behörden forderten indes für die Brandbekämpfung auch Hilfe aus Deutschland an an. Die Unterstützung sei bereits angelaufen, teilte die Städteregion Aachen mit. Derzeit würden die für den grenzüberschreitenden Einsatz vorgesehenen Kräfte gesammelt.

Aus den Niederlanden kamen Löschhubschrauber zur Unterstützung.

Belgien machte zudem von einem Zivilschutzmechanismus der EU Gebrauch, um Hilfe von anderen Ländern zu bekommen, wie die EU-Kommissarin Hadja Lahbib auf X mitteilte. Die Niederlande entsandten Löschhubschrauber, Schweden zwei Löschflugzeuge.

Löscharbeiten extrem schwierig

Ein Vertreter des örtlichen Forstamts, René Dahmen, sagte, das Feuer breite sich in einer Gegend weiter aus, in die Feuerwehrleute nur schwer vordringen könnten. „Die Situation ist äußerst schwierig. Wir brauchen Hubschrauberunterstützung.“ Die Feuerbekämpfung ist dadurch erschwert, dass das Gebiet aus Heidelandschaft und Torfmoor besteht.

Man sei dem Feuer „immer einen Schritt hinterher“, sagte Frank Parthoens, ein Sprecher der Feuerwehr Ostlimburg. Die Kombination aus schlechter Sicht, Atembeschwerden und unberechenbarer Windrichtung macht die Löscharbeiten extrem schwierig.

Dem Brand waren ungewöhnlich heiße und trockene Wetterbedingungen in den vergangenen Wochen vorausgegangen.

Vorsichtige Entwarnung für Monschau

In der nahegelegenen deutschen Stadt Monschau warnten die Behörden, dass sich das Feuer nur noch circa 1,5 Kilometer von der Grenze entfernt befinde. Den Bewohnern wird geraten, ihre Häuser zu verlassen. Grund seien mögliche gesundheitliche Risiken durch Rauch.

Der belgische Innenminister Bernard Quintin erklärte auf X, die Feuerwehr habe den Brand daran gehindert, sich nach Monschau auszubreiten.

In der Nähe des Feuers wurde eine Linie gezogen. Wenn die Flammen diese Linie überschreiten, wird Monschau evakuiert.

SPD-Politiker will härtere Strafen für Brandstiftung

Angesichts möglicher Brandstiftung als Ursache für Waldbrände in Deutschland fordert SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese schärfere Strafen. Er schlug in der Rheinischen Post eine „Anhebung des Strafrahmens für vorsätzliche und fahrlässige Brandstiftung“ vor. Bislang können vorsätzliche Brandstiftungen mit Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr geahndet werden, fahrlässige Taten auch mit Geldstrafen.

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) hatte beim großen Waldbrand im Hürtgenwald erklärt, es gebe Hinweise auf Brandstiftung. Gesicherte Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) geht davon aus, dass der große Brand im Hürtgenwald von Menschen verursacht wurde. „Das Feuer sei „entstanden durch irgendeinen Idioten“.

Mit Informationen von Marion Kerstholt, WDR

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