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Wegen des Streits mit Polen?: Wichtiger Kampfjet-Deal für die Ukraine soll geplatzt sein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Wegen des Streits mit Polen?Wichtiger Kampfjet-Deal für die Ukraine soll geplatzt sein

Polen will seine MiG-29 außer Dienst stellen. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine haben sich zuletzt verschlechtert. Nun soll ein Waffengeschäft zwischen beiden Ländern nicht zustande kommen. Über die möglichen Gründe gibt es verschiedene Darstellungen. Möglicherweise ist das letzte Wort auch noch nicht gesprochen.

Die Ukraine wird nach aktuellem Stand keine alten MiG-29-Kampfflugzeuge von Polen erhalten. Eigentlich hatten sich beide Länder im vergangenen Jahr auf eine Übergabe der alten Jets aus sowjetischer Entwicklung geeinigt. Polen sollte im Gegenzug mit Drohnentechnologie ausgestattet werden. Doch nun scheint der Deal geplatzt zu sein.

„Wir haben der Ukraine ein klares Angebot im Bereich Drohnen und Technologie unterbreitet. Anfangs bestand Einigkeit in diesem Bereich. Heute erfüllt die Ukraine diese Vereinbarung nicht. Wir sind weiterhin zu Gesprächen bereit“, erklärte Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz laut dem Medium Wirtualna Polska. Aus der Ukraine gibt es bislang keine Reaktion.

Noch fliegen MiG-29 der polnischen Luftwaffe Einsätze. Doch da sie auf das Ende ihrer Lebensdauer zusteuern, sollen sie außer Dienst gestellt werden. Die Alternative wäre gewesen, sie zu überholen und in die Ukraine zu schicken. Polen modernisiert seine Luftwaffe mit amerikanischen F-35-Kampfjets.

„Aufgrund des Erreichens ihrer vorgesehenen Betriebsgrenzen sowie mangels Perspektiven für eine weitere Modernisierung innerhalb der Streitkräfte der Republik Polen werden die MiG-Flugzeuge schrittweise aus dem Dienst der polnischen Streitkräfte genommen“, teilte das Verteidigungsministerium Wirtualna Polska mit. Wann dies geschieht, unterliegt der Geheimhaltung.

Die Ukraine hat bereits MiG-29-Kampfjets in ihren Reihen. Die Piloten benötigen dementsprechend keine langwierige Ausbildung. Mehrere ukrainische MiG-29 wurden in der Vergangenheit von den russischen Streitkräften zum Absturz gebracht.

Partei sieht Zusammenhang zum Geschichtsstreit

Zwischen Polen und der Ukraine hatte es in den vergangenen Wochen größere Unstimmigkeiten wegen des Kiewer Gedenkens an frühere Nationalisten gegeben. Die Polnische Bauernpartei sieht dem Bericht zufolge einen Zusammenhang zum nun geplatzten Kampfjet-Deal.

Ein Teil der ukrainischen Nationalisten hatte zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges Zehntausende polnische Zivilisten ermordet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war in der Vergangenheit zum Gedenken an die Opfer dieser Taten ins Nachbarland gereist. Alles sah nach einer Aussöhnung und einem Ende des jahrzehntealten Disputs zwischen beiden Ländern aus.

In diesem Sommer flammten die Streitereien jedoch unter anderem mit der Umbenennung einer ukrainischen Einheit nach früheren Nationalisten wieder auf. Trotz Gesprächen zwischen beiden Regierungen in den vergangenen Wochen gab es keine erneute Aussöhnung.

Polen hat seit dem russischen Angriffskrieg rund eine Million ukrainische Flüchtlinge aufgenommen und viele wichtige finanzielle Mittel und Waffensysteme für die Verteidigung gegen die russische Invasion geliefert, darunter auch Kampfjets.

Quelle: ntv.de, rog

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