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Startseite»Nachrichten»„Wegwerf-Agenten“ angeworben: Experten sehen gestiegene Bedrohung in Deutschland durch Iran
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„Wegwerf-Agenten“ angeworben: Experten sehen gestiegene Bedrohung in Deutschland durch Iran

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Wegwerf-Agenten“ angeworbenExperten sehen gestiegene Bedrohung in Deutschland durch Iran

Eine Spezialeinheit des Zollkriminalamts bei einer Übung. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

Der Krieg im Iran wirkt sich offenbar nicht nur wirtschaftlich auf Deutschland aus. Sicherheitsexperten befürchten Anschläge hierzulande. Im Visier des Mullah-Regimes vermuten sie vor allem Mitglieder der iranischen Auslandsopposition. Eine Rolle sollen dabei auch Kriminelle spielen.

In Deutschland hat Sicherheitskreisen zufolge eine vom Iran gesteuerte Bedrohung durch Anschläge und Spionage seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel zugenommen. Sicherheitsexperten sagten, die Zahl der Bedrohungen und Anschlagspläne habe sich erhöht. Zudem bediene sich der Iran in Deutschland zunehmend Gruppierungen der Organisierten Kriminalität (OK), teilweise kämen diese aus Skandinavien. Einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge sollen die deutschen Behörden seit Kriegsbeginn rund vier Dutzend vom Iran gesteuerte Sabotageaktionen vereitelt haben, darunter auch Mordanschläge. Das Magazin beruft sich dabei auf europäische Geheimdienste.

Der Grünen-Innenexperte und Vize-Fraktionschef Konstantin von Notz verwies darauf, dass ohnehin bereits sehr hohe Bedrohungslagen nach dem 7. Oktober noch einmal deutlich gestiegen seien. „Unsere Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste warnen nicht erst seit gestern, dass die jüngste Eskalation im Nahen Osten und ein stärker unter Druck geratendes iranisches Regime zu Anschlägen auch in Europa und Deutschland führen könnten“, sagte von Notz, der auch Vize-Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste (PKGr) ist. „Nach der Listung der Revolutionsgarden als Terrororganisation durch die EU sind auch Angehörige und Einrichtungen der Bundeswehr im Fokus des Regimes im Iran“, sagte er Reuters.

Auch der SPD-Innenpolitiker Daniel Baldy, ebenfalls Mitglied im PKGr, sieht eine Verschärfung der Lage. „Der Iran bedient sich schon lange bestehender OK-Strukturen, beispielsweise aus dem Rocker-Milieu“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Neu sei jedoch, dass der Iran zusätzlich auf „Wegwerf-Agenten“ setze. Dabei würden junge Täter über soziale Netzwerke für geringe Geldsummen angeworben. „Das verschärft die schon hohe Gefährdungslage weiter für jüdische, israelische oder US-amerikanische Einrichtungen und Bürger in Deutschland.“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann warnte, dass der iranische Geheimdienst Leute beschäftige, „die auch im Prinzip in der Lage sind, hier schwere Straftaten zu begehen, möglicherweise Anschläge zu begehen“, sagte er dem Sender Welt TV. Herrmann erinnerte an einen Anschlag auf das israelische Restaurant Eclipse in München im April. Da gebe es den konkreten Verdacht auf iranisch-stämmige Täter. „Wir haben im Moment nach meiner Kenntnis keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge, aber das Risiko ist auf jeden Fall da.“

„Hohen abstrakte Gefährdungslage“

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums wollte eine konkrete Zunahme der Aktivitäten nicht bestätigen. Man sehe sich jedoch weiterhin mit einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“ konfrontiert. Die Sicherheitsbehörden gingen Hinweisen auf iranische Operationen nach, vor allem gegen amerikanische und jüdische Einrichtungen oder gegen Regimekritiker in Deutschland. „Auch Aktivitäten von iranischen Proxys sind weiterhin einzukalkulieren“, sagte die Sprecherin. Sogenannte Proxys sind Iran-nahe Gruppen wie die Hisbollah-Miliz im Libanon.

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stehen vor allem Menschen aus dem Umfeld der iranischen Auslandsopposition im Visier iranischer Nachrichtendienste. Hauptakteur sei das iranische Geheimdienstministerium MOIS, dessen Kernaufgabe die Ausspähung und Bekämpfung oppositioneller Bewegungen im In- und Ausland sei, auch durch Staatsterrorismus. Daneben seien die Revolutionsgarden (IRGC) mit ihrer Al-Kuds-Brigade in Deutschland aktiv. Das BfV hat für ein solches als „Transnationale Repression“ bezeichnetes Vorgehen eine Meldestelle eingerichtet.

Besondere Sorge bereitet den Behörden die neue pro-iranische Gruppierung „Harakat Aschab al-Yamin al-Islamiya“ (HAYI). Hinter der Gruppe wird ein irakisch-schiitisches Netzwerk vermutet. Seit März 2026 hat sie sich zu einer Reihe von Brandanschlägen auf jüdische und US-Einrichtungen in den Benelux-Staaten und Großbritannien bekannt. Menschen kamen dabei bislang nicht zu Schaden. Die Gruppe habe jedoch gedroht, ihre Anschlagsserie auszuweiten.

Quelle: ntv.de, gut/rts

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