Will „auf Wähler hören“ Starmer holt Ex-Regierungschef Brown zurück
Bei den Regional- und Kommunalwahlen muss die britische Labour-Partei von Premier Starmer herbe Verluste hinnehmen. Starmer reagiert darauf mit einer Medienoffensive und holt sich prominente Unterstützung.
Nach der Pleite seiner Labour-Partei bei den jüngsten Kommunalwahlen hat der britische Premierminister Keir Starmer den früheren Regierungschef Gordon Brown zu seinem Sondergesandten für globale Finanzen ernannt. Der Parteiveteran solle ihn dabei beraten, wie die internationale Finanzwirtschaft die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit Großbritanniens stärken könne, teilte Starmers Büro mit.
Mit der Personalie will der Premierminister nach den schweren Verlusten seiner Labour-Partei bei den Kommunalwahlen seine Führungsposition festigen und den Rückhalt in den eigenen Reihen zurückgewinnen. Brown hatte sich während der weltweiten Finanzkrise mit der Stabilisierung von Banken einen Namen gemacht.
Die Labour-Partei hatte bei den Wahlen die schwersten Verluste einer Regierungspartei seit 1995 erlitten. Nach Auszählung der letzten Stimmen am Samstag verlor sie 1406 Sitze. Starmer nannte das Ergebnis in einer Kolumne für den „Guardian“ „schmerzlich“, betonte jedoch, er werde „auf die Wähler hören“ und den „Status quo ändern“, der zur Frustration der Bürgerinnen und Bürger geführt habe. Einen Rücktritt lehnte er erneut ab.
Laute Rücktrittsforderungen
In der Kolumne führte Starmer weiter aus, die Mehrheit der Briten wolle „sichere Grenzen“ und geringe Lebenshaltungskosten – unabhängig von ihrem Wahlverhalten. Nun sei es an ihm, die Bürger zu überzeugen, dass die Sozialdemokraten dafür die richtige Partei seien.
Labour hatte die konservativen Tories erst vor zwei Jahren mit einem Erdrutschsieg von der Macht verdrängt. Die britische Regierung konnte aber kein nennenswertes Wirtschaftswachstum erzielen, machte dafür aber mit Fehltritten und Skandalen von sich reden.
In einer Umfrage hatte eine Mehrheit der Labour-Parteimitglieder unlängst angegeben, nicht mehr an einen Umschwung mit Starmer zu glauben. Die Labour-Niederlage war noch drastischer ausgefallen als die der Konservativen unter der damaligen Premierministerin Theresa May im Jahr 2019, die 1330 Mandate verloren hatte. May trat drei Wochen später zurück.
