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„Wir wissen selbst…“: Superstar springt Tuchel im Ärger mit Bellingham bei

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Wir wissen selbst…“

Superstar springt Tuchel im Ärger mit Bellingham bei

13.07.2026 | 00:20 Uhr

England rackert sich ins WM-Halbfinale – und der Trainer meckert. Das sorgt bei Topstar Bellingham für Ärger. Der Kapitän wirbt jetzt um Verständnis.

Eigentlich könnte die Laune bei der englischen Nationalmannschaft prächtig sein: Die „Three Lions“ stehen im Halbfinale, am Mittwoch kämpft das Team von Thomas Tuchel gegen Weltmeister Argentinien um den Einzug ins Endspiel.

Doch nach dem Viertelfinal-Erfolg über Norwegen raucht es ordentlich: Weil Tuchel überhaupt nicht einverstanden damit war, wie der 2:1-Sieg (nach Verlängerung und unter kuriosen Umständen) zustande gekommen war: „in jeder Hinsicht“ unzufrieden mit der Leistung. Der Deutsche bemängelte die hohe Anzahl an technischen Fehlern, den Mangel an Tempo und sagte, die Mannschaft habe „Glück“ gehabt.

„Vielleicht weiß er nicht …“

Tuchels Analyse löste eine verärgerte Reaktion von Jude Bellingham aus, der sein Team bei sengender Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit mit einem Doppelpack in die nächste Runde schoss. „Wie auch immer, sagte der Profi von Real Madrid: „Vielleicht weiß er ja nicht, wie es ist, unter solchen Bedingungen gegen Erling Haaland, [Martin] Ødegaard, [Antonio] Nusa und [Alexander] Sørloth zu spielen.“ Ein Seitenhieb auf die Spielerkarriere seines Trainers, dessen Laufbahn ihn nicht über die zweite Bundesliga hinausführte.

Nun bekam Tuchel prominenten Beistand: Der englische Kapitän Harry Kane versicherte, dass Tuchels Worte darauf abzielten, die Spieler vor dem Halbfinale auf Trab zu halten, denn „er weiß so gut wie jeder andere, dass es nicht so einfach ist … er versucht, das Beste aus uns herauszuholen und wir wissen selbst, dass wir noch ein höheres Niveau erreichen können.“

„Möchte diese Version von uns sehen“

Die britische Zeitung „Guardian“ schrieb, Tuchels Kritik mitten in die Euphorie nach dem schwer erkämpften Weiterkommen hinein sei „einerseits ein außergewöhnlicher Schachzug im Umgang mit seinen Spielern“ gewesen, „der auf eines der besten Ergebnisse in der englischen WM-Geschichte folgte.“ Gleichzeitig hätte es im Wissen um Tuchels Streben nach Perfektion aber auch niemanden überraschen dürfen.

Bellingham versenkt den Norwegen-Schocker

„Wenn er uns beim Training zusieht und die Geschlossenheit der Mannschaft erkennt sowie das, was wir leisten können – insbesondere mit den Spielern, die wir haben, unserer Art zu attackieren, unseren Eins-gegen-Eins-Situationen und unseren Fähigkeiten … dann möchte er einfach genau diese Version von uns sehen“, sagte Kane nun.

Zustimmung für seinen Kurs bekam Tuchel auch aus der Heimat: Fußball-Weltmeister Stefan Reuter fühlt sich bei Tuchel an den deutschen Teamchef Franz Beckenbauer bei der WM 1990 erinnert. Nach dem englischen Viertelfinal-Sieg gegen Norwegen sagte Reuter in der TV-Sendung „Doppelpass“ von Sport1: „Was ich gut finde: Sie feiern nicht, dass sie jetzt im Halbfinale stehen. Genau jetzt legt Thomas Tuchel den Finger in die Wunde.“

England wartet seit dem WM-Triumph 1966 im eigenen Land sehnsüchtig auf den zweiten Titel in ihrer langen Fußball-Geschichte. Im Duell mit Lionel Messis Argentinien haben die „Three Lions“ die Chance, zum ersten Mal seit dem Finale von Wembley vor 60 Jahren wieder in ein WM-Endspiel einzuziehen. „Das Erfreulichste ist, dass wir im Halbfinale stehen und immer noch das Gefühl haben, uns verbessern zu können“, sagte Kapitän Kane.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter

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