Wochenlanger Extremsommer?Am Siebenschläfertag droht neuer Hitzerekord
Gerade erst wird ein Temperaturrekord aufgestellt, da könnte dieser schon wieder gebrochen werden. Heute soll es stellenweise noch heißer werden als gestern. Eine Bauernregel besagt, dass dieses Wetter sieben Wochen lang anhalten wird. Doch was ist dran?
Ausgerechnet der heutige Samstag ist der Siebenschläfertag. Laut Bauernregeln soll sich damit entscheiden, wie das Wetter in den nächsten sieben Wochen wird. Diesmal wird es der Vorhersage zufolge ein sehr heißer Tag, der Deutschland womöglich sogar neue Rekordhitze bringt.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet heute am Nachmittag und Abend an der Nordseeküste sowie vom westlichen Mittelgebirgsraum bis in den Nordosten lokal kräftige Gewitter und Unwetter. Die Temperaturen liegen heute zwischen 36 und 41 Grad und können lokal sogar bis auf 42 Grad klettern.
Für Sonntag sind gebietsweise teils schwere Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr angekündigt. Laut DWD drohen Sturmböen, heftiger Starkregen und großer Hagel. Die Höchstwerte pendeln sich im Osten und Südosten zwischen 39 und 41 Grad ein, in der Lausitz sind bis 42 Grad möglich. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet. Damit könnte der gerade erst aufgestellte Allzeit-Temperaturrekord von 41,3 Grad schon wieder gebrochen werden.
Bauernregel lässt DWD kalt
Der Wetterdienst zeigt sich allerdings gelassen. Bauernregeln seien zwar interessant, doch wissenschaftlich nicht belegt, wie DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn sagt. „Die Aussage kann stimmen, muss aber nicht“, so die Expertin. Für den weiteren Sommerverlauf sei jedenfalls nicht das Wetter an einem einzelnen Tag ausschlaggebend. Es werde auch nicht sieben Wochen derart heiß bleiben wie für heute erwartet.
Bauernregeln seien in einer Zeit für die Menschen wichtig gewesen, als es noch keine Wettervorhersage im heutigen Sinn gab. Erst mit dem Aufkommen von Computern hätten dann Prognosen errechnet werden können. Bis heute seien Vorhersagen für vier bis maximal sieben Tage möglich, je nach Wetterlage, sagt die Meteorologin. Darüber hinaus könne man höchstens Trends erstellen.
Nach vorläufigen Angaben des DWD war am Freitag mit 41,3 Grad die höchste Temperatur registriert worden, die jemals in Deutschland gemessen wurde. Der vorläufige Höchstwert wurde um 17 Uhr in Saarbrücken-Burbach im Saarland gemessen. Der Hitzerekord für Deutschland hatte bisher bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.
Seit Tagen sorgt eine Hitzewelle in Deutschland für Temperaturen bis über die 40-Grad-Marke und lässt die Menschen kräftig schwitzen. Die Belastung ist auch deshalb so groß, weil die Temperaturen aktuell nachts keine wirkliche Abkühlung bringen. Extreme Wetterlagen wie diese sind wegen der Klimakrise hierzulande häufiger geworden – und dürften noch weiter zunehmen. Zahlen des Wetterdienstes belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.
