Noch immer erhalten Millionen Kinder weltweit in ihrem ersten Lebensjahr keine Impfung. Doch die Zahl sinkt, zeigt ein Bericht von WHO und UNICEF. Ein Land verzeichnet eine besonders starke Aufwärtskurve.
Die weltweite Impfquote bei Kindern ist gestiegen. Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation und des Kinderhilfswerks UNICEF hervor. Als Maßstab für die Quote gilt die Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis) – kurz DTP.
2025 erhielten demnach weltweit 85 Prozent der Kleinkinder die vollständige DTP-Impfserie. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt. Es ist jedoch kein Rekordwert: Weltweit liegt die Impfquote weiter hinter dem Niveau von 2019, das als Basisjahr für die Messung der Impffortschritte zählt.
Die Zahl der Kinder, die in ihrem ersten Lebensjahr keine einzige Impfung erhielten, ging zurück. 2025 waren es geschätzt 13,5 Millionen Kinder – und damit 750.000 weniger als im Vorjahr. Der Erfolg ist jedoch nicht ohne Einschränkungen. Es gebe eine steigende Zahl an Kindern, die nötige Folge-Impfungen nicht erhielten, teilte UNICEF mit.
In Syrien weniger Impfungen
Mehr als die Hälfte der komplett ungeimpften Kinder lebten laut UNICEF in fragilen und konfliktbetroffenen Regionen. Fehlende finanzielle Mittel und Unsicherheiten würden dort die Impfprogramme behindern.
Syrien verzeichnet demnach innerhalb eines Jahres einen Rückgang von etwa sechs Prozentpunkten bei der Erstimpfung mit DTP und zwölf Prozentpunkten bei der ersten Masernimpfung. Der Sudan zeige jedoch, was möglich sei. Das Land verzeichnete einen Anstieg von etwa 35 Prozentpunkten bei der Erstimpfung mit DTP und von 22 Prozentpunkten bei der ersten Masern-Impfung.
Weltweit stagniert die Impfquote gegen Masern jedoch. 84 Prozent der Kinder erhielten eine erste Impfung, 77 Prozent eine zweite. Diese Werte würden jedoch deutlich unter dem Ziel von 95 Prozent liegen, das notwendig ist, um Ausbrüche zu verhindern, teilte UNICEF mit. In der Folge habe es 2025 in mehr als 50 Ländern größere Masernausbrüche gegeben.
Vorgehen gegen falsche Informationen
UNICEF und die WHO forderten, Impfprogramme in Konflikt- und Krisengebieten zu stützen. Außerdem müsse gegen falsche Informationen zu Impfungen vorgegangen werden.
Catherine Russell, Exekutivdirektorin von UNICEF, forderte: „Wir müssen jedes Kind erreichen und dort Vertrauen wieder aufbauen, wo es schwindet. Kein Kind sollte an einer Krankheit leiden, die durch eine einfache Impfung verhindert werden kann.“
Alljährlich stellen die WHO und UNICEF Schätzungen zu weltweiten Impfungen bei Kindern vor. Der diesjährige Bericht enthält Zahlen zu Impfungen gegen 13 Krankheiten in 195 Ländern.
