Kein Gesetz und kein offizielles Vorhaben
Aktuell verbreiten sich auf Facebook, X, Telegram und anderen Plattformen Beiträge, die vor einer angeblichen neuen Abgabe auf Bankkonten warnen. Demnach sollen ab Juli 2026 automatisch zwei Euro pro Monat von jedem Konto eingezogen werden.
Für eine solche Maßnahme wäre jedoch eine gesetzliche Grundlage erforderlich. Eine verpflichtende Abbuchung durch den Staat kann nicht ohne entsprechende Rechtsgrundlage eingeführt werden. Dafür müssten Entwürfe, Beschlüsse oder bereits verabschiedete Gesetze öffentlich nachvollziehbar sein.
Genau das ist nicht der Fall. Weder auf den offiziellen Seiten der Bundesregierung noch im parlamentarischen Verfahren findet sich ein Hinweis auf eine entsprechende Regelung.
Ein Beleg fehlt vollständig
Die Beiträge nennen keine belastbaren Quellen. Es gibt weder einen Gesetzentwurf noch einen Kabinettsbeschluss oder eine offizielle Ankündigung.
Auch im Deutschen Bundestag wurde kein entsprechendes Gesetz eingebracht oder verabschiedet. Bei einer Maßnahme, die Millionen Kontoinhaber betreffen würde, wäre zudem mit umfangreicher Berichterstattung in seriösen Medien zu rechnen.
Eine solche Berichterstattung existiert nicht.
Das Gerücht folgt einem bekannten Muster
Behauptungen über angebliche staatliche Sonderabgaben auf Bankkonten tauchen regelmäßig im Netz auf. Sie greifen häufig bestehende Sorgen um Steuern, Inflation oder staatliche Eingriffe auf und verbinden diese mit frei erfundenen Details.
Besonders wirksam sind solche Meldungen, wenn sie konkrete Beträge, Daten und angebliche politische Begründungen nennen. Dadurch wirken sie glaubwürdiger, obwohl belastbare Nachweise fehlen.
Im vorliegenden Fall gibt es keine Hinweise darauf, dass die Bundesregierung eine monatliche Zwei-Euro-Abgabe auf Bankkonten plant oder vorbereitet.
Nutzer sollten auf offizielle Quellen achten
Wer Meldungen über neue Abgaben, Steuern oder verpflichtende Zahlungen liest, sollte prüfen, ob sich die Behauptung in offiziellen Quellen nachvollziehen lässt.
Gesetze und Gesetzesvorhaben werden öffentlich dokumentiert. Fehlen entsprechende Nachweise und berichten ausschließlich Social-Media-Beiträge darüber, ist Vorsicht geboten.
Hier ein Beispiel eines Kanals, der regelmäßig Fake News postet:
Die angebliche Zwei-Euro-Abgabe gehört also nach aktuellem Stand zu den frei erfundenen Gerüchten, die ohne belastbare Grundlage verbreitet werden.

FAQ zum Thema Zwei-Euro-Abgabe auf Bankkonten
Wird ab Juli 2026 monatlich Geld von jedem Bankkonto eingezogen?
Nein. Dafür gibt es derzeit keinen Nachweis. Weder die Bundesregierung noch der Bundestag haben eine entsprechende Regelung beschlossen oder angekündigt.
Gibt es einen Gesetzentwurf für die Zwei-Euro-Abgabe?
Nein. Ein solcher Gesetzentwurf ist nicht bekannt. Auch offizielle Regierungs- und Parlamentsdokumente enthalten keine Hinweise darauf.
Soll die Abgabe angeblich für Ukraine-Flüchtlinge erhoben werden?
Das wird in den Beiträgen behauptet. Für diese Darstellung gibt es jedoch keinerlei belastbare Belege oder offizielle Bestätigungen.
Wie erkennt man ähnliche Falschmeldungen?
Ein Warnsignal sind konkrete Behauptungen ohne nachvollziehbare Quellen. Bei neuen Steuern oder Abgaben sollten immer offizielle Regierungsseiten, Parlamentsdokumente oder seriöse Medienberichte überprüft werden.
dpa-Faktencheck
16. Juni 2026
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
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