Zwei Tote im Schwarzen MeerSelenskyj wirft Russland tödliche Attacke auf Frachter vor
Um die russische Flotte in Schach zu halten, attackiert die Ukraine immer wieder Kriegs- und Frachtschiffe im Schwarzen Meer. Russland reagiert mittlerweile und greift dort Schiffe sämtlicher Nationen an. Nun wird ein türkischer Frachter getroffen, zwei Matrosen überleben die Attacke nicht.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland für einen tödlichen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer verantwortlich gemacht. „Ein schrecklicher Angriff von zwei russischen Drohnen auf ein ziviles Schiff in neutralen Gewässern“, schrieb Selenskyj in Onlinediensten. Das Schiff habe der Türkei gehört und Mais transportiert. Der Kapitän sei bei dem Angriff getötet worden, das Schicksal eines weiteren Besatzungsmitglieds müsse noch geklärt werden.
Zuvor hatten die rumänischen Behörden über ein Feuer auf dem Frachter informiert und mitgeteilt, zwei Besatzungsmitglieder seien getötet und elf weitere gerettet worden. Der Frachter „Royad Mammadov“ habe sich in der rumänischen Wirtschaftszone befunden und sei 30 Seemeilen von dem Fischereihafen Sfantu Gheorghe entfernt schließlich gesunken.
Die rumänischen Behörden machten keine Angaben zur Ursache des Feuers. Eine Sprecherin der Marinebehörde sagte, drei der geretteten Besatzungsmitglieder seien verletzt worden, die acht weiteren seien wohlauf.
Viele Angriffe in den vergangenen Monaten
Infolge des Ukraine-Krieges ist das Schwarze Meer immer wieder Schauplatz von Drohnenvorfällen. Im August zerstörte ein rumänischer F-16-Kampfjet eine Seedrohne in der Nähe eines Offshore-Gasprojekts; Bukarest machte Moskau für den Vorfall verantwortlich. Im Juni explodierte eine ukrainische Seedrohne im rumänischen Schwarzmeerhafen Konstanza. Kiew erklärte damals, die Drohne sei durch russische Störsignale vom Kurs abgekommen.
Anfang August attackierte Russland drei Frachter im Schwarzen Meer mit Drohnen. In einem Video des Bundesverteidigungsministeriums war zu sehen, dass es sich bei einem der Schiffe um die unter der Flagge Liberias fahrende „Emil“ der Hamburger Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG handelt.
Seitdem die Ukraine zur Verteidigung gegen die russische Invasion vermehrt russische Öltanker im Schwarzen Meer angegriffen hat, reagieren die Kreml-Streitkräfte ihrerseits mit verstärkten Attacken. Nach Angaben der ukrainischen Drohnenstreitkräfte wurden in wenigen Wochen über 150 russische Öltanker und andere Schiffe im Schwarzen Meer und Asowschen Meer beschädigt.
