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Startseite»Politik»Zweifel wegen des KI-Booms: SAP-Aktie tief im Minus
Politik

Zweifel wegen des KI-Booms: SAP-Aktie tief im Minus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 26, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 26.08.2026 • 14:43 Uhr

Der Softwareriese SAP gilt als eines der wenigen deutschen Tech-Unternehmen mit überregionaler Bedeutung. Aber der KI-Hype setzt der gesamten Branche zu und sorgt für viel Volatilität. Was kann Künstliche Intelligenz wirklich?

SAP-Aktien stehen zur Wochenmitte am DAX-Ende und verlieren in der Spitze etwas über vier Prozent. Anleger nehmen Gewinne mit, nachdem die Aktie zuletzt gut gelaufen war. Den Leitindex hatte das gestützt, denn das Papier des Walldorfer Softwarekonzerns liegt hinter Siemens mit einer Indexgewichtung von rund 10,6 Prozent an zweiter Stelle.

Unmittelbarer Auslöser für die heutige Schwäche war ein Analystenkommentar der UBS: Die Analysten der Schweizer Großbank haben nach einem Zwischenspurt der Aktie um fast 50 Prozent seit Juli ihr Votum von „Kaufen“ auf „Neutral“ zurückgesetzt.

UBS-Experte Michael Briest schrieb, die Bewertung sei vernünftig, die Anlegerstimmung bleibe allerdings fragil. Ein Vorgang, der an der Börse an sich völlig normal ist. Bei SAP aber ist man geneigt, genauer hinzuschauen.

Funktionieren die Geschäftsmodelle noch?

Fragil ist die Stimmung der Anleger nämlich schon länger. Denn SAP, wie auch der gesamten Softwarebranche, macht der Boom rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zu schaffen.

Denn eine KI, so die Sorge der Investoren, kann womöglich direkt in die Wertschöpfung eines Softwarekonzerns eingreifen. So etwa in das Schreiben, Testen, Dokumentieren oder die Wartung von Software. Diese könnte womöglich schneller und billiger entwickelt werden – was die angestammten Geschäftsmodelle unter Druck setzen kann.

„Sie wollen uns alle schlagen“ – wie SAP gegensteuert

SAP-Chef Christian Klein jedenfalls spürt die Konkurrenz aus Asien oder den USA. „Sie wollen uns alle schlagen“, so Klein – weshalb er bei der Entwicklung eigener KI-Agenten aufs Tempo drückt.

Denn wenn das eigene KI-Werkzeug Geschäftsprozesse nicht besser verstehe als ein KI-Agent, den man mit Anthropic – einem der großen US-KI-Unternehmen – baut, dann habe SAP ein Problem, so Klein weiter. Als KI-Agenten werden eigenständige Programme bezeichnet, die nicht nur einfache Fragen beantworten, sondern selbstständig Aufgaben erfüllen können. Für SAP bedeutet dies nach Kleins Worten eine große Transformation. Die KI-Transformation sei noch größer als die Cloud-Transformation – also die Auslagerung von Daten in großen Rechenzentren.

Einen Vorteil aber hat SAP: Die Anwendungen des Konzerns laufen auf hunderttausenden Kundenrechnern, die man einfach so schnell nicht ersetzen kann. Laut UBS-Experte Briest liefert SAP immer noch eine Kernarchitektur in Unternehmenssoftware, die Integration agentischer KI verlaufe jedoch schleppend.

Dies begrenze nicht nur die Monetarisierung, sondern erhöhe auch das Risiko, dass Unternehmen nach anderen KI-Lösungen suchen, so Briest weiter. Zudem hält er eine Verlangsamung bei den vertraglich abgesicherten Cloud-Umsätzen im zweiten Halbjahr für das wahrscheinlichste Szenario. Neben den KI-Sorgen konnte SAP zuletzt auch beim angestammten Cloud-Geschäft nicht wirklich überzeugen.

Vom Lizenzgeschäft zum Cloudgeschäft

Früher installierten die Geschäftskunden von SAP (auf die das Unternehmen ausschließlich fokussiert ist) Anwendungen auf ihren Servern und zahlten dafür Lizenzgebühren und für die Wartung.

Heute bietet SAP viele Anwendungen als Cloud-Software über das Internet an, der Kunde zahlt dann dafür regelmäßig. Einmalig höhere Zahlungen werden dadurch zu wiederkehrenden, regelmäßigen Zahlungen – was unter anderem die Kundenbindung erhöht.

DAX seitwärts auf hohem Niveau

Der DAX tendiert derweil trotz der Belastungen durch SAP am Mittag weiter auf hohem Niveau bei rund 26.300 Punkten. Bis zum Allzeithoch bei 26.573 Punkten ist es damit nicht mehr weit. Trotz der geostrategischen Probleme kann von Ausverkauf damit weiterhin keine Rede sein. Zuletzt hat die Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus den Ölpreis gedrückt, was die Börse gestützt hat.

Am Abend nach US-Börsenschluss legt der US-Chipriese und KI-Platzhirsch Nvidia seine Quartalszahlen vor – ein Ereignis, dass mit großer Spannung erwartet wird. Geht der KI-Boom weiter? Zuletzt konnte der Nvidia-Aktienkurs trotz guter Ergebnisse aber nicht mehr weiter zulegen.

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