585 Delikte im ersten HalbjahrPolizei registriert mehr Schusswaffengebrauch in Berlin
Schüsse auf eine Bar, auf ein Café, auf eine Hausfassade: Im ersten Halbjahr 2026 zählt die Berliner Polizei 585 Delikte mit Schusswaffengebrauch, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Spezialeinheit „Ferrum“ ermittelt – seit ihrer Gründung Ende 2025 hat sie über 70 scharfe Waffen sichergestellt.
Im ersten Halbjahr 2026 hat die Berliner Polizei einem Medienbericht zufolge insgesamt 585 Delikte mit Schusswaffengebrauch registriert. Darunter seien 324 Bedrohungen und 261 Schussabgaben, berichtete die „Welt am Sonntag“. Die Polizei bestätigte die Zahlen.
Im Vorjahreszeitraum waren es demnach 561 Fälle gewesen. Die Statistik umfasst auch Schreckschusswaffen, Reizstoffwaffen und Signalwaffen. Insgesamt seien im ersten Halbjahr 2026 65 Mal Schüsse einer scharfen Schusswaffe abgegeben worden. In 62 Fällen gehe die Polizei von Straftaten aus, heißt es im Bericht. 118 Personen seien als Geschädigte erfasst worden, darunter 2 Tote.
Die Spezialeinheit „Ferrum“ der Berliner Polizei leitete seit ihrer Gründung 708 Ermittlungsverfahren ein, erwirkte 77 Haftbefehle und stellte 73 scharfe Schusswaffen sicher. Die im November 2025 gegründete Einheit war als Reaktion auf sich häufende Schießerein in der Hauptstadt ins Leben gerufen worden. Sie geht gezielt gegen Schusswaffengebrauch im Bereich der organisierten Kriminalität vor. Bei der Berliner Staatsanwaltschaft ist die Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) für die Verfahren zuständig.
Erst am Samstagmorgen war auf eine Bar in Charlottenburg-Wilmersdorf geschossen worden. Während sich Menschen in der Bar befanden, wurden mehrere Schüsse auf die Fensterfront abgegeben. Verletzt wurde dabei niemand. „Ferrum“ ermittelt unter anderem auch wegen einer Explosion am Stuttgarter Platz vor knapp zwei Wochen und Schüssen, die in Neukölln auf eine Hausfassade und ein Café abgegeben wurden.
